Gelsenkirchen. Es ist ein Satz, den Mirko Slomka seit Wochen gebetsmühlenartig wiederholt. „Jedes Spiel ist für uns ein Endspiel“, sagt der Trainer des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 bei jeder sich bietenden Gelegenheit.
Glück hat ihm diese Devise bisher allerdings noch nicht gebracht. Nur ein Sieg aus den vergangenen sechs Partien lassen auf eine gewisse Nervosität bei den Königsblauen schließen.
Der Auftritt der Mannschaft von Mirko Slomka in München vermittelte gar den Eindruck, als hätten die Spieler Angst vor der eigenen Courage.
Ohne Selbstvertrauen, zaghaft und zögerlich agierten die Spieler und waren mehr darum bemüht, dem Geschehen möglichst geschickt aus dem Weg zu gehen, als dass sie selbst Verantwortung für diese Begegnung übernehmen wollten.
Vor diesem Hintergrund ist die Partie am Samstag gegen Borussia Mönchengladbach nicht nur ein Bundesligaspiel, bei dem es darum geht, die Tabellenführung zu verteidigen. Es geht vor allem darum, für die anstehenden Wochen wieder das Vertrauen in die eigene Stärke zu finden, das die Schalker bis an die Spitze der Tabelle führte.
Den Schalkern hilft nur noch ein Formanstieg
„Wenn wir Meister werden wollen, müssen wir solche Spiele wie gegen Mönchengladbach gewinnen“, sagt Gerald Asamoah vor dieser Partie. Auch dem Nationalspieler ist klar, dass Werder Bremen nicht bis Saisonende immer gleichzeitig mit den Schalkern ins Straucheln geraten wird.
Und um den Traum von der ersten Deutschen Meisterschaft nach 49 Jahren weiterhin realistisch erscheinen zu lassen, hilft jetzt nur noch ein Formanstieg und vor allem Siege.
Denn die für die Königsblauen bedauerliche Erkenntnis aus München lautet: Die Schwächephase, die Mirko Slomka nach dem glücklichen Sieg gegen den VfB Stuttgart bereits als beendet erklärte, dauert weiter an. Auch deshalb warnt Slomka vor der Borussia. „Gladbach steht weit unter Wert als Tabellenletzter da“, so der 39-Jährige.
Die Parallele zwischen beiden Teams vor dieser Partie, trotz der immensen Diskrepanz in der Tabelle, lässt sich daher leicht finden. Für beide ist dringend ein Erfolg nötig, um sich aus ihrer misslichen Lage zu befreien.
„Für uns beginnen die wichtigen Partien erst nach dem Spiel gegen Schalke“, hat Jos Luhukay unter der Woche gesagt. Doch wohl selten in dieser Saison war die Chance für ein Team, das im Schalker Stadion auflaufen muss größer, als zum jetzigen Zeitpunkt. Doch auch eine solche Aussage ist ein Beweis für viel zu geringes Selbstbewusstsein.
PERSONALIEN
Ausfälle: Für Peter Lövenkrands vom Tabellenführer Schalke 04 ist die Saison vorzeitig beendet. Der Däne wurde gestern erneut am rechten Sprunggelenk operiert, an dem er beim 0:2 am vergangenen Samstag bei Bayern München wieder eine Verletzung erlitten hatte.
Lövenkrands hatte bereits zuvor wegen eines Bänderrisses im selben Gelenk sechs Wochen gefehlt. Im Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach muss Trainer Mirko Slomka aller Voraussicht nach auch auf Gustavo Varela verzichten. Der Uruguayer konnte nach seiner Meniskusoperation noch nicht wieder trainieren und wird wohl nicht im Kader gegen den Tabellenletzten stehen.
Borussen-Coach Jos Luhukay muss auf Peer Kluge (gesperrt) und Michael Delura, der nach seiner Innenbanddehnung noch nicht im Vollbesitz seiner Kräfte ist, verzichten.



