Mönchengladbach. „I´m a butterfly, come fly with me“ singen die Kinder und fuchteln wild mit den Armen umher als seien es Flügel. „I´m a catterpillar . . .“. Hier lernen nicht Grundschüler ein englisches Lied, sondern Kindergartenkinder ab drei Jahren.
Für den richtigen Namen gibt’s die passende Frucht
Heute wird die Geschichte der kleinen Raupe Nimmersatt erzählt. Die Handlung ist den Kindern bereits aus der Geschichte bekannt, die ihnen auf Deutsch vorgelesen wurde. Doch auf Englisch haben sie sie noch nie gehört.
Alle Früchte und Leckereien, durch die sich die Raupe auf ihrer Reise frisst, werden den Kindern gezeigt. Es darf jeweils das Mädchen oder der Junge die Frucht aus dem Korb nehmen, das oder der den englischen Namen weiß. Die Früchte müssen dabei außerdem gezählt werden.
Die kleine Madita (4) weiß, dass es sich bei der ersten Frucht um genau „one apple“ handelt. Doch damit hat sie ihr Wissen noch nicht genug unter Beweis gestellt: „Ich kann auch noch weiter zählen! One, two, three. . .“, ruft Madita in die Runde.
Alle zwei Wochen kommt Chris Caldow (38) in den Kindergarten, um den Kleinen auf spielerische Art die englische Sprache näherzubringen. Caldow hat selbst viele Jahre im Ausland gelebt und sieht ihre Aufgabe so: „Es geht nicht darum, dass wir irgendwelche Lernziele verfolgen. Wir verlangen keine Leistung von den Kindern.“
Die bringen die Mädchen und Jungen trotzdem – ganz von selbst. Als die Idee zu diesem Projekt aufkam, waren die Kleinen wie Eltern gleich begeistert. Kindergartenleiterin Monika Fiedler-Rudolph: „Die Kinder sind in ihrem Alltag ständig mit der englischen Sprache konfrontiert. Sie sind sehr wissbegierig.“
Angefangen hat alles damit, die Tiere, die die Kinder draußen gefunden haben, mit ihrem englischen Namen zu benennen. So sprachen sie lange Zeit nicht von Marienkäfern, sondern nur noch von Ladybirds.
Fiedler-Rudolph erinnert sich auch an einen Tag, an dem 16 Kinder anwesend waren und jedes einzelne so lange gewartet hat, bis alle einmal bist zehn zählen durften. „Sie saßen die ganze Zeit ruhig und warteten nur ab, bis sie endlich an der Reihe waren.“




