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LokalesWuppertalKultur
26. Juli 2007 - 00:00 Uhr
Bert Fastenrath: Pasta, Pop und ganz viel Jazz
von Tanja Heil
Der Gitarrist musiziert mit Freu(n)den in der Bandfabrik und unterrichtet an der Musikhochschule.
 
 

Wuppertal. Die Geige in der Hand, Mozart-Etüden unter dem Arm – das althergebrachte Bild eines Musikschülers zieht heute nicht mehr. „Die Kinder wachsen mit Popmusik auf, das kann man nicht ausklammern“, sagt der Musikpädagoge Bert Fastenrath.

Der Gitarrenmeister bringt Studenten die (Jazz-)Harmonie bei

Die jungen Instrumentalisten wollen auch im Unterricht die Hits ihrer Lieblingsgruppen spielen oder jazzig improvisieren. Damit die Instrumental-Lehrer dem nicht hilflos gegenüberstehen, unterrichtet Fastenrath freitags drei Stunden lang an der Wuppertaler Musikhochschule Jazz und Pop. Mit diesem Wahlpflichtfach ist die Hochschule innovativer als die meisten anderen.

Fastenrath lehrt die Studenten Pop- und Jazzharmonielehre, informiert sie über geeignete Stücke für Schüler und zeigt ihnen in Zusammenarbeit mit der Bergischen Musikschule, wie man eine Band leitet. „Durch den Trend zum Klassenmusizieren wird das immer wichtiger“, so die Erfahrung des Langerfelders, der außerdem noch die Musikschule in Radevormwald leitet.

Dort hat er als vermutlich erster in Deutschland eine gesamte 5. Realschulklasse mit Popmusik anfangen lassen. Die Kinder lernen Gitarre, Bass, Keyboard und Gesang und musizieren dann sehr bald gemeinsam.

„Ich war am Anfang skeptisch. Aber es funktioniert sehr gut und macht Spaß“, lobt Fastenrath, der bei dem Projekt zwölf Kinder auf einmal an die Gitarre heranführt. „Auch die Klassengemeinschaft ist viel besser geworden.“

Für den geborenen Radevormwalder gestaltete sich der Beginn seiner musikalischen Karriere schwieriger. „Damals gab es in Radevormwald keinen Menschen, der Gitarre spielen konnte.“ Glücklicherweise absolvierte jedoch der spätere Musikprofessor Alfred Eickholt dort seinen Zivildienst und brachte Fastenrath die Grundlagen der klassischen Gitarre bei.

Genuss für viele Sinne: Zur Musik wird Pasta serviert

Schon mit 14 Jahren fuhr er zu Kursen der Akademie Remscheid und spielte nebenher E-Gitarre. Nachdem seine drei Jungen jetzt erwachsen geworden sind, widmet sich Fastenrath auch wieder mehr dem Jazz, in wechselnden Besetzungen.

So organisiert er in der Langerfelder Bandfabrik an der Schwelmer Straße den „Friday Night Jazz Club“, bei dem er zusammen mit befreundeten Künstlern musiziert. Das Besondere daran: Zu den musikalischen Genüssen gesellen sich kulinarische – vor und nach dem Konzert serviert eine nahe gelegene Trattoria Antipasti und Pasta.

Musik ohne Grenzen: Vom Gitarrenfestival zum Meisterkurs

Zusätzlich organisiert Fastenrath jeweils im Januar ein Internationales Bergisches Gitarrenfestival mit Meisterkursen und Workshops in der Akademie Remscheid und gibt Kurse an der Bundesakademie Trossingen.

Langeweile kennt der 51-Jährige also nicht. Selbst wenn er sich eine Woche Urlaub gönnt, so wie vergangenes Jahr in New York, nutzt er diese für viele Besuche in Jazz-Clubs.

www.mhs-wuppertal.de

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