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22. Oktober 2007 - 00:00 Uhr
Vohwinkel: Wann gibt es endlich den Kreisverkehr?
von Claudia Kasemann
Die Achsen im Zentrum müssen vielen Ansprüchen genügen: Sie sind Durchgangsstraßen, Einkaufsstraßen und Wohnstraßen.

Wuppertal. „Vohwinkel – die freundliche Ecke Wuppertals“. Schön klingt der Slogan. Nett sind die Sprüche der Immobilienunternehmen, mit denen Pendler und junge Familien in den Wuppertaler Westen gelockt werden sollen. Und die Werbung stimmt ja auch: Grün ist es und ruhig, verkehrsgünstig gelegen dazu.

Ein bisschen zu verkehrsgünstig, findet so mancher Vohwinkeler – vor allem im Zentrum. Der Stadtteil mit seiner langgezogenen Nordost/Südwest-Ausrichtung hat die Struktur eines groben Netzes, das durch vier stark befahrene Bundesstraßen vorgegeben ist. Am Kaiserplatz treffen sie aufeinander. Besonders zur Berufszeit ist mächtig viel los auf der Hauptachse durch den drittgrößten Wuppertaler Stadtteil, der Kaiserstraße. Schon früh morgens schiebt sich die Blechlawine durch die enge Schneise schöner alter Wohnhäuser. Zeitgleich ziehen die ersten Bewohner, Passanten und Schüler mit Taschen und Tornistern los, zum Bäcker, zur Schule, zur Schwebebahn.

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Wohnen und arbeiten, einkaufen und verkaufen, parken und pendeln: Die Zentrums-Straßen müssen vielen Ansprüchen gerecht werden. Zu vielen, und deshalb gibt es Stau. Das Schwebebahngerüst über den Köpfen der Autofahrer – ansonsten eine reizvolle Bereicherung des Stadtbilds – verstärkt zu solchen Uhrzeiten noch den optischen Eindruck eines Engpasses.

Am Kaiserplatz stehen die Autos aus vier Richtungen vor Ampeln. Rückstaus blockieren auf der Bahnstraße die Zufahrt zu Akzenta und zum Park & Ride-Parkplatz am Stationsgarten und verhindern auf der Kaiserstraße das Vorwärtskommen. Problematisch ist während der Hauptverkehrszeit die Zufahrt zu den Nebenstraßen. Wer dorthin abbiegen will, hält seinerseits den rückwärtigen Verkehr auf: weil die Kaiserstraße zwar eine Bundesstraße ist, aber nur zweispurig verläuft.

Zwischen Vohwinkel und Sonnborn hingegen staut sich der Verkehr beim Eintritt in das Nadelöhr Kaiserstraße und bei der Ausfahrt zur Autobahn auf dem Westring und auf der Haeseler Straße.

Entzerrung des Durchgangsverkehrs

Seit Jahren diskutieren die Vohwinkeler über eine Verbesserung der Verkehrssituation, bislang ohne konkrete Auswirkungen. Nicht, dass es nicht etliche Vorschläge gäbe, auch viele gute. Doch wer immer das Chaos beseitigen will, er muss Geld ausgeben. Und das ist der Kern des Problems. Eine entschiedene Weichenstellung wäre die längst beschlossene Errichtung des Kreisverkehrs Hammerstein. Von dem Projekt, das nach den ursprünglichen Planungen von vor sechs Jahren einen Durchmesser von knapp 50 Metern haben soll und eine zweispurige Fahrbahnbreite von zehn Metern aufweist, verspricht man sich deutliche Entzerrung des Durchgangsverkehrs.

Doch die dafür vorgesehenen Fördergelder des Landes NRW liegen auf Eis. Die Planungen wurden wegen Geldmangels zunächst ins Jahr 2008 verschoben – um dann nach und nach von den oberen Plätzen auf der Prioritätenliste zu verschwinden.

Nächste Woche Dienstag geht es um das Versprechen der Landesregierung, 2009 mit Umbau des Döppersbergs zu beginnen.

Kommentar: Nicht nachlassen im Westen!

Von Claudia Kasemann

Es gibt Themen, die machen einfach müde. Die Verkehrssituation in Vohwinkel ist so ein Beispiel. Vor Jahren schon als Problem erkannt, vor Jahren schon durchdiskutiert und mit Lösungsvorschlägen überhäuft. Passiert ist nichts, außer dass Zeit verging und das Thema nur noch ein einziges Ärgernis ist. Das wahlweise ungehalten oder eben müde macht. Doch beide Reaktionen sind falsch. Jetzt erst recht heißt es dranbleiben, dicke Bretter bohren, das Problem angehen. Bei allen Beteiligten wach halten. Immer wieder anmahnen.

Gut, es mag aus Düsseldorf heißen, dass mittelfristig kein Geld für den Kreisverkehr Hammerstein zur Verfügung stehen wird – aber sollten sich die Wuppertaler mit dieser Aussage so einfach abfinden? Die Vohwinkeler brauchen Leute, denen das Thema wichtig ist und die die richtigen Fragen stellen. Die kreativen Lösungsansätzen nachgehen und in der Lage sind auszuloten, wie an Fördermittel zu kommen ist. Das wäre übrigens genau der richtige Job für die Landtagsabgeordneten, die zuletzt erst unisono ihr Engagement für Wuppertal betont haben. Zumindest aber könnte die Stadtverwaltung das schon so lange geforderte Verkehrskonzept für Vohwinkel erstellen. Es würde einen Anfang markieren – und wäre ein positives Signal an die Vohwinkeler.

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claudia.kasemann@westdeutsche-zeitung.de

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