Düsseldorf. In den vergangenen Wochen hatte die Stadtspitze ein multimediales Dauerfeuer abgebrannt: Immer wieder drängte sie mit Forderungen zur Verbesserung der Sicherheit am Burgplatz in Presse, Funk und Fernsehen. Irgendwann konnte Polizeipräsident Herbert Schenkelberg dem Druck nicht mehr standhalten – es wurde eine Arbeitsgruppe aus Stadt und Polizei gebildet, um Lösungen zu suchen.
Gestern gab es das Abschlussgespräch zwischen dem Präsidenten und Oberbürgermeister Joachim Erwin. Direkt im Anschluss wurden, natürlich, die Medien informiert. Das wichtigste Ergebnis der Beratungen: Es wird ein zeitlich und räumlich befristetes Alkoholverbot auf dem Burgplatz geben. Eine Videoüberwachung für den Bereich der Freitreppe ist aber endgültig vom Tisch.
Der Polizeipräsident wird zum talentierten Diplomaten
Herbert Schenkelberg erwies sich auf der Pressekonferenz als talentierter Diplomat. Er lobte die „sachliche und freundliche Atmosphäre“ des Gesprächs. Und er erklärte, warum das Alkoholverbot kommt.
Denn die meisten Probleme gibt es an den Freitag- und Samstagabendenden, wo neben den „ortsansässigen“ Punks, Obdachlosen und Alkoholikern noch eine gefährliche Mischung aus gewaltbereiten Düsseldorfer Jugendlichen und aggressiven Besuchern der Altstadt hinzu kommt. „Es ist klar festzustellen: Mit steigendem Alkoholpegel steigt vor allem bei den Besuchern die Bereitschaft zu Gewalt“, erklärte Schenkelberg.
Damit lasse sich ein Alkoholverbot begründen, assistierte Ordnungsdezernent Werner Leonhardt. Es gehe um Gefahrenabwehr. Das Verbot wird nur für die Abendstunden gelten und für den Bereich der Freitreppe und des eigentlichen Platzes. Auf den Terrassen der Cafés und Kneipen darf weiter Bier, Schnaps und Wein getrunken werden.
Auch Ausnahmen für Karneval und Silvester sind angedacht. Das Verbot muss als eigenständige Satzung noch im Rat diskutiert werden. Leonhardt hofft auf eine Umsetzung zum 1.Januar.
Joachim Erwin setzt daneben weiter auf eine gemeinsame Anlaufstelle für Polizei und Ordnungsdienst der Stadt (OSD). Diese gemeinsame „Wache“ wird in weiteren Gesprächen noch diskutiert. Bis dahin setzt die Polizei auf ihre „Präsenz-Wache“. Damit ist ein Kleintransporter gemeint, der an Brennpunkten steht und den Bürgern als Anlaufstelle dient. Natürlich wird er an den Wochenenden am Burgplatz eingesetzt, ansonsten aber auch an Orten wie dem Kamper Acker in Holthausen.
Trotz der Probleme mit manchen Party-Touristen, will sich die Stadt auch weiterhin offensiv vermarkten. „Wir bieten Pakete zusammen mit den Hotels an. Man kann sich die Besucher aber nicht aussuchen“, sagte Erwin.





