Düsseldorf. Bisher war’s eher ein Vorgeplänkel, jetzt macht Verdi Ernst mit dem Warnstreik im öffentlichen Dienst: Am Freitag werden viele Düsseldorfer und Pendler das hautnah spüren.
Die Rheinbahn soll ab Dienstbeginn, 4 Uhr, komplett lahmgelegt werden, der städtische Abfallentsorgungsbetrieb Awista ebenso. Bei den Stadtwerken wird lediglich von 11 bis 13 Uhr die Arbeit niedergelegt.
„Es ist möglich, dass keine Straßenbahn fährt, keine U-Bahn und auch kein Bus“, sagt Gustav Wilden, Düsseldorfs Verdi-Chef. Nachdem die Arbeitgeber „kein ernstzunehmendes Angebot“ gemacht hätten, sind die rund 2500 Mitarbeiter der Rheinbahn zum Warnstreik aufgerufen worden, zeitgleich mit den anderen Verkehrsunternehmen im VRR.
Da rund 70 Prozent der Rheinbahner gewerkschaftlich organisiert sind, ist mit einer starken Teilnahme zu rechnen.
Bei der Awista war ursprünglich an eine befristete Arbeitsniederlegung gedacht, aber, so Wilden, die „Kollegen haben sich sehr über die Geschäftsführung geärgert“.
Die Arbeitnehmer seien aufgefordert worden, anzugeben, wie lange sie bei einem Warnstreik der Arbeit fernbleiben würden. „Dazu gibt es überhaupt keine Verpflichtung“, sagt Wilden.
Außerdem sei den rund 1000 Beschäftigten untersagt worden, Dienstfahrzeuge für den Arbeitskampf zu benutzen. Die Reaktion: Jetzt wird, wie bei der Rheinbahn, eben den ganzen Tag warngestreikt. Das heißt, es wird kein Müll abgeholt, keine Straße gereinigt.
Für Krankenhäuser und Altenheime ist allerdings ein Notdienst eingerichtet worden. Von 11 bis 13 Uhr gesellen sich die Awista-Leute zu den Stadtwerkern vor deren Verwaltungsgebäude.



