Düsseldorf. Was läuft in Düsseldorf schief? Wie die WZ gestern berichtete, ist die Zahl der Unfälle im Jahr 2007 auf 26 817 gestiegen, das sind rund 24 Prozent mehr als noch 1997. Im gleichen Zeitraum ist freilich auch der Autobestand angewachsen: um etwa 5,2 Prozent auf 339 853. Klar ist: Wenn mehr Fahrzeuge auf demselben Raum unterwegs sind, steigt das Unfallrisiko. Aber weshalb steigen die Unfallzahlen so viel schneller als der Autobestand? „Wir haben ja noch sehr viel mehr Verkehr“, erklärt Andrea Blome, Leiterin des Amtes für Verkehrsmanagement. „Es gibt ja nicht nur sehr viele Pendler, auch die vielen, großen Messen sorgen für mehr Autos.“ Das stimmt, dann aber fragt sich, wie aussagekräftig die Polizeistatistik überhaupt ist. „Vielleicht sollte man mal die Unfallzahlen ins Verhältnis zu den Verkehrsbewegungen bringen, um ein besseres Bild zu bekommen“, sagt Blome.
Klar scheint, dass alle Bemühungen der Stadt um mehr Verkehrsdisziplin nicht gefruchtet haben. Das hat Blome auch selbst erlebt: „Ich wundere mich schon, wenn ich von hinten angeblinkt werde, weil ich mit 30 durch eine Tempo 30-Zone fahre.“
Die Stadt mache zwar schon viel in Sachen Verkehrsüberwachung, aber: „Die Unsitte des Zweite-Reihe-Parkens geht immer noch weiter, obwohl sich die Rollerstaffel sehr bemüht. Die Folge ist, dass Radler und Autofahrer sich auf eine andere Spur einfädeln müssen – eine ständige Gefahrenquelle.“
Doch was hilft, wenn nicht mal verstärkte Kontrollen helfen? Wie berichtet, erwischte die Polizei voriges Jahr 158 034 Verkehrssünder, und damit fast 10 000 mehr als 2006. Blome: „Man kann ja nicht an jede Ecke einen Polizisten stellen. Letztlich können wir nur die Aufklärung verstärken.“ Den Versuch gab’s auch schon: Etwa die Aktion „Sei Vorbild“ im August 2006, die auf Fußgänger zielte, die rote Ampeln ignorieren. Doch die Wirkung war gleich null, wie selbst Dezernent Werner Leonhardt einräumen musste.


