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LokalesKreis MettmannHilden / Monheim / Langenfeld
1. August 2008 - 00:00 Uhr
Hilden: Verein - Retter für La Palmas Hunde
von Erik Schweitzer
Der Initiative einer Hildener Familie verdanken hunderte kanarische Vierbeiner ihr Leben.
 
 

Hilden. Ein Urlaub auf La Palma hat Petra Rosenbergs Leben radikal verändert. „Da waren überall Hunde, die bis auf die Knochen abgemagert waren, die abends nach Essbarem in den Müllsäcken gestöbert haben“, erinnert sie sich.

Als dann auch noch ein Grüppchen einheimischer Tierschützer in einer Lokalzeitung schrieb, das ihnen das Geld ausginge, um weiterhin einen der geschundenen Hunde zu beherbergen, griff sie zum Hörer. „Lassen Sie ihn nicht einschläfern!“, war alles, was sie wollte. Am Ende kehrte sie aus dem Urlaub mit Lobo, einem fuchsroten Garafiano-Rüden zurück.

Mehr als 1000 Hunde haben in Deutschland eine Heimat gefunden

Lobo sollten bis Freitag mehr als 1000 weitere kanarische Hunde folgen. Petra Rosenberg gründete nämlich mit ihrem Mann Hans und einer Handvoll weiterer Tierfreunde den Verein „Tierschutz La Palma“ und widmete sich fortan aus der Distanz den Inselbewohnern, die sonst keine Lobby haben.

„Das größte Problem ist, dass die Spanier die Tiere nicht als Lebewesen sehen, sondern als Objekte“, meint sie. Schlimmer noch: Oft sind Hunde nur Spielzeug. Ein makaberer Brauch führt dazu, dass sich die Kanarios Anfang Januar gegenseitig mit Welpen beschenken. Im Laufe des Jahres werden viele davon dann ausgesetzt – schließlich gibt es jedes Jahr ein Tier.

Was die Vereins-Aktiven im Laufe der Jahre an Tier-Elend dokumentiert haben, verschlägt selbst Hartgesottenen die Sprache. Da gibt es ausgemergelte Podenco-Jagdhunde, die an zentimeterkurzen Ketten der prallen Sonne ausgeliefert sind – hungrig sind sie besser bei der Jagd. Welpen, die achtlos in den Müll geworfen wurden. Rinder, deren Nasenringe an die Beine gebunden sind, damit sie nicht an den Bäumen äsen. Wo immer Not am Tier ist, fühlen sich die Hildener und ihre insgesamt rund 90 Vereinsmitglieder zuständig.

So wurde schon vielen Katzen geholfen, indem sie aufgepäppelt und kastriert wurden – überlebensfähig sind sie auf der Insel dann selbst. Bei den Hunden ist der Aufwand größer. Wird einer von den Tierschützern gefunden oder bei ihnen abgegeben, wird er zunächst in einer der Pflegestationen versorgt, entwurmt, geimpft und gechipt. Dann sucht der Verein ein neues, gutes Zuhause für ihn – meistens findet sich das in Deutschland.

Von den 240 Euro Schutzgebühr, die die neue Hundefamilie bei der Übernahme entrichtet, wird ein Großteil der Tierarzt und Logistik-Kosten gezahlt. Der Rest sind Spenden.

Petra Rosenberg hat noch viele Pläne, wie der Tierschutz auf La Palma voran gehen könnte. Eine große Kastrationsaktion gab es bereits, mehr als 300 Hunde wurden behandelt. Und auch mit der Politik vor Ort steht der Verein schon in Kontakt.

Doch was bewegt Hildener eigentlich, so weit von der Heimat entfernt aktiv zu sein? Für Rosenberg ganz klar: „Ich kann mein Mitgefühl doch nicht an der Grenze ablegen.“

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