Wuppertal. Nach dem Schwebebahn-Unfall über der Kaiserstraße hat die Staatsanwaltschaft Wuppertal die Ermittlungen aufgenommen. „Sie stehen noch am Anfang“, sagt Oberstaatsanwalt Ralf Meyer im Gespräch mit der WZ. Während der Fahrer der Schwebebahn nach der Kollision mit einem Schock davonkam, musste der Lkw-Fahrer aus Velbert mit einem Knochenbruch ins Krankenhaus. Ermittelt wird jetzt wegen fahrlässigen Eingriffs in den Bahnverkehr und wegen fahrlässiger Körperverletzung.
Über den Kran-Einsatz in Höhe des Vohwinkeler Treffs sei man – entgegen aller Vorschriften und vieler Hinweisschilder entlang der Landstrecke – vorab nicht informiert worden, berichtet Stadtwerke-Sprecherin Judith Birkenbach am Vormittag auf Nachfrage der WZ: Werden solche Arbeiten unter der Schwebebahn durch die WSW genehmigt, ist der Leitstand vorab informiert und gibt den Fahrern der Züge entsprechende Anweisungen.
Hinzu komme eine Einweisung des Lkw- und Kran-Personals durch Mitarbeiter der Stadtwerke. „Je nach Umfang der Arbeiten ist außerdem eine Aufsicht vor Ort“, fügt Birkenbach hinzu. Warum der Lkw- und Kranfahrer sich nicht daran gehalten hat, ist nun Gegenstand der Ermittlungen.
Der Fahrer des Schwebebahnzugs stehe nach wie vor unter Schock, heißt es bei den Stadtwerken. Auch ihm werde – wie zum Beispiel auch anderen Mitarbeitern, die im Fahrdienst in Unfälle verwickelt werden – eine psychologische Betreuung angeboten.
Polizeisprecher Gustav Heyer war am Dienstagabend vor Ort. „Ich habe in meinen 40 Dienstjahren vier Unfälle der Schwebebahn mit erlebt, und jeder hat seine eigene Dimension.“ Und auch für Heyer steht es außer Frage, dass es bei noch mehr Fahrgästen – die dann oft auch auf den Gängen stehen – im Zug „mit Sicherheit“ einige Verletzte gegeben hätte. So blieb es bei Glück im Unglück – und die Ermittlungen gehen weiter.
Viele haben ihn nach wie vor im Ohr, den Beifall auf den Bahnsteigen, als nach dem Absturz der Schwebebahn 1999 die ersten Züge wieder die Depots verließen. Den Nimbus des sichersten Verkehrsmittels der Welt hatte das Wuppertaler Wahrzeichen damals verloren – an einem verhängnisvollen Morgen im April. Fast zehn Jahre... mehr




