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LokalesWuppertalWirtschaft
16. Oktober 2008 - 16:37 Uhr
Wirtschaftspreis: Myska ist das Unternehmen des Jahres
von Klaus Koch
Die Bäckerei Myska gewinnt als erste Handwerksfirma den Wirtschaftspreis.
 
 

Wuppertal. Gutes nicht nur tun, sondern auch darüber reden. Stärken des Standorts nicht schweigend in engeren Zirkeln zur Kenntnis nehmen, sondern sie auch kundtun. Die Stadt arbeitet seit längerem daran, Unternehmen dazu zu animieren, über ihre Kompetenzen auch zu sprechen. Ein Instrument dabei: Der seit 2003 vergebene Wuppertaler Wirtschaftspreis. Am Donnerstag wurde er in der Glashalle der Stadtsparkasse wieder vergeben – mit einer Neuerung: Der Preis in der Kategorie Unternehmen 2008 ist erstmals für das Handwerk ausgeschrieben.

Das Unternehmen des Jahres 2008 ist die Bäckerei + Vollkornmühle Myska.1981 legte Detlef Myska als damals jüngster Bäcker Deutschlands seine Meisterprüfung ab. Nun erhält er mit seiner Bäckerei + Vollkornmühle und den rund 40 Mitarbeitern als erster Handwerksbetrieb den Wuppertaler Wirtschaftspreis in der Kategorie „Unternehmen des Jahres“.

Schon als ganz junger Bäcker sah Myska es nicht ein, Fertigmischungen einzusetzen, die teuer sind und über deren Zusammensetzung sich nicht viel erfahren ließ. Deshalb setzte er bereits sehr früh gegen den Trend auf Investitionen in Rohstoffe. Heute haben die bei einem Einsatz von jährlich etwa 250 Tonnen Bio-Mehl und Korn mit rund 30 Prozent einen überdurchschnittlich hohen Anteil an den Gesamtkosten. Passend zu einem Unternehmenskonzept mit Nachhaltigkeit, Gesundheit und Energieeffizienz (der Energieverbrauch liegt nach dem Einbau spezieller Öfen unterhalb des Branchendurchschnitts) als Themen.

Auch eine Brötchenstraße oder eine automatische Wiegemaschine gibt es bei Myska nicht – statt dessen geht es um Handarbeit. Detlef Myska selbst drückt seine Haltung dazu unter anderem so aus: „Wir haben keinen Marzipan-Ersatz, wir benutzen Marzipan.“ Und in den Brötchen solle ausschließlich das drin sein, was auch drin sein muss. Rund 2000 Kunden kaufen täglich in einer der fünf Elberfelder Verkaufsstellen ein und sorgen für stetiges Umsatzwachstum.

Auszeichnungen wie von der Fachzeitschrift „Feinschmecker“ kommen hinzu. Myska lässt außerdem seit März vergangenen Jahres sowohl die Backstube als auch die Filialen zusätzlich zu den städtischen Kontrollen vom unabhängigen Gutachter „delphi“ kontrollieren.

Die Vorarbeiten laufen bereits: Myska plant samt Café Creme den Umzug der aus den Nähten platzenden Bäckerei an die Aue 14 – also zu den Menschen ins Zentrum. Dort verdreifacht sich die Platzkapazität für die Bäckerei, die von Glaswänden umgeben sein wird. Passanten und Gäste des neuen Cafés mit Sonnenterrasse im Obergeschoss können das Backhandwerk dann live beobachten. Vorgesehen ist in dem an ein Gehöft vergangener Jahre erinnernden Areal auch Aktionsfläche für Ausstellungen oder Obst- und Gemüseverkauf. Myska setzt auf begrünte Flächen, Solartechnik und eine von der Bäckerei-Abwärme gespeiste Heizung. Er hofft zudem, „dass sich der Wunsch nach einem Zugang zum Laurentiusplatz realisieren lässt“. Die gläserne Bäckerei soll bereits im Frühjahr kommenden Jahres den Betrieb aufnehmen. Es können 15 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen.
Laudator Norbert Brenken von der Sparkasse: Detlef Myska „hat sich erfolgreich gegen Schnell- und Großbäckereien behauptet, indem er kompromisslos auf Qualität und naturbelassene Inhaltsstoffe setzt. Myska plant zudem eine erweiterung und damit den Umzug an die Aue – mitsamt des Café Creme.
In der Kategorie Jungunternehmen 2008 setzte sich die Rentapneu GmbH durch. Der Hersteller von innovativen und leichten Messestandssystemen „verbindet auf vorbildliche Art und Weise neuartige Technologien mit einem immer noch lebendigen handwerklichen Tradition in dieser Stadt“, so Laudator Marc Lützenkirchen von Versatel. Kanzlerin Angela Merkel hat im vergangenen Jahr vor Installationen der Firma Rentapneu die IAA eröffnet.
Der Stadtmarketingpreis geht an die Wuppertaler Kurrende. Laudator Daniel Bartos von der Mercedes-Benz Niederlassung Wuppertal/Solingen/Remscheid hob dabei hervor wie sehr die Mitglieder der Kurrende als Kulturbotschafter maßgeblich das Bild Wuppertals prägen.
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