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LokalesWuppertalKultur
20. November 2008 - 15:22 Uhr
WZ-Video: „Talort“-Macher planen einen Mord
Der „Krimi ausm Bergischen“ wird im kommenden Jahr fortgesetzt. Im vierten Fall stirbt ein Innenminister.
 
 



Wuppertal. Wolfgang Suchner plant einen Mord und gibt das auch noch ganz offen zu. Was der preußische Innenminister in Wuppertal verloren hat, weshalb er sein Leben lassen muss und wie genau er außer Gefecht gesetzt wird, tüftelt der „Talort“-Regisseur derzeit noch aus. So viel ist aber jetzt schon sicher: Was der Wuppertaler im Kopf hat, wird umgesetzt – und soll ein Mordsspaß werden.

Zeitreise ins Jahr 1929: Schauspieler feiern
den 80. Geburtstag der Stadt

Der Fall ist klar: Gerade erst hat Richard Ronsberger alias Stefan Otto („Du kannst auch Rick zu mir sagen!“) zum dritten Mal die bergische Welt gerettet, doch schon wartet eine neue Herausforderung auf den liebenswert-trotteligen Privatdetektiv. Und die hat es in sich: Der preußische Innenminister kommt nicht nur ins Tal, er wird auch noch ermordet.

Den „Tatort“ gibt’s im Fernsehen, den „Talort“ nur im Bergischen. Der Musik-Theater-Krimi ist ein Spaß für die ganze Familie, wie Schauspielerin Birgit Pardun weiß: „Unsere Zuschauer sind zwischen 5 und 80.“

Das alles soll im Frühjahr 2009 über die Bühne gehen, passieren wird es aber 1929, denn das „Talort“-Ensemble blickt mit Zuversicht zurück und gleichzeitig nach vorne. Aus feierlichem Anlass, wie Schauspielerin Birgit Pardun ankündigt: „Unser nächster Fall wird eine Zeitreise – pünktlich zum Stadtgeburtstag.“

Wuppertals 80.Jahrestag soll schließlich zeitgemäß gefeiert werden. Natürlich mit allem, was zum „Talort“ dazugehört: Witz und Spannung, Live-Musik und Filmeinspielungen. Dabei soll diesmal auch der Kaiserwagen eine Rolle spielen. Schon in früheren Fällen war die Schwebebahn ein Hingucker.

„Die Resonanz von außen war bisher immer klasse“, sagt Suchner. „Wir durften auch schon mal während einer Probe des Sinfonieorchesters drehen und an der Talsperre filmen.“ Kein Wunder: Der Musik-Theater-Video-Krimi hat Kult-Status erreicht.

Dass er inzwischen einen festen Platz in der freien Szene hat, freut Suchner: „Nachdem ich 20Jahre Theater gemacht hatte, war mein Wunsch, dass wir etwas für ,normalere’ Menschen anbieten.“ Das Konzept hat sich bewährt: Erst konnte das Publikum von der „Bergischen Seifenoper“ nicht genug bekommen, jetzt mischt die Nachfolge-Produktion Ohrwürmer mit Slapstick.

Mutter Ronsberger geht eigene Wege:
Die Kultfigur macht Kabarett

Auf wie hinter der Bühne gilt: Humor macht das Theaterleben leichter. Wer das „Talort“-Team hinter den Kulissen erlebt, spürt sofort, dass die muntere Truppe kein Blatt vor den Mund nimmt. Da wird gelacht, gescherzt, geschäkert. Ernst werden die Schauspieler aber, wenn es um die finanzielle Basis geht: Ohne Landesmittel und die Unterstützung des Kultubüros könnte Rick das Bergische Land nicht regelmäßig vor Unheil bewahren.

„Ein halbes Jahr spinnen wir an einem neuen Fall, planen und stellen Förderanträge“, sagt Suchner. Weitere sechs Monate wird gedreht und geprobt. Am Ende sitzt ein ganz „normales“, gut gemischtes Publikum im Haus der Jugend in Barmen und bekommt von einzelnen Pannen (fast) nichts mit. „Wir vergessen schon mal Requisiten oder spielen Szenen zu früh oder zu spät“, verrät Stefan Otto mit einem Schmunzeln. Macht aber nichts – nur so können Improvisations-Meister ihr ganzes Talent entfalten.

Schauspielerin Iris Panknin bringt ohnehin nichts aus der Ruhe: „Man wird nie hängengelassen. Wir retten uns gegenseitig.“ Und das hat Folgen: Marcia Golgowsky geht in ihrer Mutter-Rolle so auf („Hast du auch dein Leibchen angezogen? Du hast es doch so schnell an der Blase!“), dass ihre Figur ein eigenes Kabarettprogramm erhält.

Zusammen mit Freundin Ayse (Lilay Huser) gerät Hilde, Ricks liebenswürdig-lästige Mutter, im kommenden Jahr in haarsträubende Situationen, aus der sich die beiden Damen mit Biss, Charme und nationenübergreifender Altersweisheit herausmanövrieren – wenn Ricks Mutter nicht gerade beim „Talort“ mitmischt. 2009 wird also Hildes Jahr. Im Frühjahr wird sie erst einmal dem Innenminister begegnen. Mal sehen, wer dann als letztes lacht.

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