Wuppertal. Im Prozess um den Tod des fünf Jahre alten Pflegekindes Talea – angeklagt wegen Totschlags ist die 38 Jahre alte Ex-Pflegemutter – ist erneut indirekt Kritik an der Arbeit des Jugendamts geäußert worden. Als Zeugin sagte die Leiterin des Kindergartens aus, den Talea besucht hatte.
Die 48-Jährige berichtete, dass sie sich mehrfach über Verletzungen am Körper des Mädchens gewundert und auch mehrfach das Jugendamt eingeschaltet habe. So soll Talea unter anderem eine Verletzung an der Hüfte gehabt haben. Als sie Talea darauf angesprochen habe, soll das Mädchen gesagt haben, dass sie von der Pflegemutter getreten worden sei, weil sie Stifte auf den Boden geworfen habe. Das habe die Kindergartenleiterin an das Jugendamt weitergegeben. Die zuständige Sachbearbeiterin habe zu ihrer Überraschung weder erstaunt noch bestürzt reagiert, sondern lediglich darauf verwiesen, dass das Mädchen nach den Osterferien aus der Pflegefamilie genommen werden soll. Dazu kam es nicht mehr. Talea starb im März 2008.
Die angeklagte Pflegemutter hatte ausgesagt, dass sie das Mädchen an jenem Tag in einer mit kaltem Wasser gefüllten Wanne aufgefunden habe. Den Vorwurf, dass sie selbst das Kind unterkühlt und erstickt habe, bestreitet sie. Heute wurden Fotos von der Wohnung der Pflegefamilie gezeigt, speziell von jenem Badezimmer und Taleas Kinderzimmer.
Die von der Kindergartenleiterin angesprochene Vertreterin des Jugendamts ist eine von den beiden Sachebarbeiterinnen, gegen die nach Taleas Tod weges des Verdachts der fahrlässigen Tötung durch Unterlassen ermittelt worden ist. Die Ermittlungen wurden eingestellt.
Der heutige Mittwoch, 14. Januar, ist der letzte Beweistag im Prozess. Nächste Woche werden die Plädoyers und das Urteil erwartet. spa
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