Wuppertal. Die Kolonne der Einsatzfahrzeuge zog sich im Licht der Scheinwerfer weit über die Gathe: Mit einem Großaufgebot der Polizei kamen in der Nacht auf Samstag insgesamt 30 Mitarbeiter der Stadt Wuppertal und 30 Zollbeamte nach Elberfeld, um im Autonomen Zentrum eine Jugendschutz-Kontrolle durchzuführen. 140 Polizisten waren vor Ort, um die Aktion zu sichern.
Beim Einsatz ab 0.30 Uhr wurden zwei Polizistinnen so schwer verletzt, dass sie mit Prellungen und Verdacht auf einen Armbruch ins Krankenhaus gebracht werden mussten. Gegen zwei Uhr früh endete die Kontrolle schließlich damit, dass das AZ geräumt wurde – nach dem laut Stadt kein Betreiber ausfindig gemacht werden konnte. Am Wochenende demonstrierten Autonome in der Innenstadt gegen den aus ihrer Sicht unangemessenen Großeinsatz im AZ.
Vor wenigen Tagen habe man das Zentrum erstmals auf Einhaltung der Jugendschutzbestimmungen überprüfen wollen, heißt es bei der Stadt auf WZ-Nachfrage. Allerdings ohne Erfolg. Daraufhin habe man sich zu einem zweiten Anlauf entschieden – diesmal mit Unterstützung der Polizei. „Auch das Autonome Zentrum ist keine jugendschutzfreie Zone und muss sich an die Bestimmungen halten“, heißt es dazu aus dem Rathaus. Geplant habe man eine Überprüfung wie in jedem anderen gastronomischen Betrieb auch.
Bis es im AZ allerdings so weit war, musste laut Stadt neben der Eingangstür auch eine zweite, massive Stahltür geöffnet werden. Die war allerdings zunächst verschlossen, so dass die Einsatzkräfte ein Team der Feuerwehr hinzuzogen, um die Tür notfalls mit Spezialgerät zu öffnen.
Einsatzkräfte wurden mit Flaschen beworfen
Dazu kam es dann allerdings nicht. Nachdem die Tür von innen freiwillig geöffnet wurde, flogen laut Einsatzbericht Flaschen, und es gab ein Handgemenge, bei dem die beiden Polizistinnen verletzt wurden. Einen Flaschenwerfer hat man identifizieren können. Bei der darauffolgenden Kontrolle wurden fünf minderjährige Jugendliche ausfindig gemacht, die nach Ermittlung ihrer Personalien nach Hause mussten.
„Unhaltbare Zustände“ mit Blick auf den Jugendschutz habe man im AZ jedenfalls nicht vorgefunden, heißt es von der Stadt weiter, so dass man den Widerstand gegen die Kontrolle und die vergebliche Frage nach dem Betreiber des Lokals nicht nachvollziehen könne.
Die Autonomen wiederum üben Kritik am Vorgehen der Einsatzkräfte – und zogen am Samstag gegen 21 Uhr mit gut 80 Personen durch die Innenstadt. Nach zwei Stunden wurden laut Polizei dabei Leuchtraketen abgeschossen. Verletzte gab es allerdings nicht. Auch Flugblätter wurden am Wochenende verteilt. Für Montagnachmittag ist eine weitere Demonstration in der Elberfelder Innenstadt angekündigt.





