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28. Mai 2009 - 16:31 Uhr
Wuppertals neue Wege beim größten Experiment der Welt
von Andreas Lukesch
Die Bergische Uni bringt Philosophen und Physiker zusammen. In der Kooperation geht es letztlich um das Entstehen allen Seins, um Urknall und kleinste Teilchen.
 
 

Genf/Wuppertal. In Genf, am Europäischen Zentrum für Teilchenforschung (Cern), arbeiten Wissenschaftler aus mehr als 20 Nationen am größten Experiment der Welt. Seit Jahrzehnten mit dabei: Physiker aus Wuppertal – heute sind dies unter anderem die Professoren Peter Mättig, Robert Harlander und Christian Zeitnitz.

Uni-Rektor Lambert T. Koch war zum Informationsbesuch in Genf. Er gehörte zu den letzten Besuchern, die einen Blick ins Herz des 27 Kilometer langen unterirdischen Teilchenbeschleunigers werfen konnte. Im Juni wird der Zugang zum Large Hardon Collidier (LHC) geschlossen, um den neuen Start der Teilchenkollision, dem Atlas-Experiment, vorzubereiten.

Das Wuppertaler Team ist mit einem Cluster-Rechner unmittelbar an der Auswertung gigantischer Datenmengen am Experiment beteiligt. In Wuppertal entwickelt wurde der Pixel-Detektor, eine Art hoch auflösende Kamera, die 40 Millionen Bilder pro Sekunde schießt.

Wissenschaftler hoffen auf wichtige Erkenntnisse 

Die Wissenschaftler aus aller Welt erhoffen sich durch den Zusammenprall kleinster Teilchen wichtige Erkenntnisse über die Entstehung des Universums und die entscheidenden Sekunden unmittelbar nach dem Urknall.

Und weil dies nicht allein eine Frage der Teilchenphysik ist, sondern viel weiter greift, beschäftigen sich nun in einer Kooperation an der Bergischen Uni erstmals auch Philosophen in direkter Kooperation mit der größten aller Experimentiermaschinen.

Deutsche Forschungsgemeinschaft steuerte mehr als eine halbe Million Euro bei

Für das Projekt bewilligte die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) jetzt mehr als eine halbe Million Euro, was den Stellenwert der in dieser Form einmaligen Verbindung zeigt. „Wir betreten Neuland mit einer so engen Zusammenarbeit von Physik und Philosophie an einem Großforschungsprojekt wie dem LHC“, erklärte der Wuppertaler Wissenschaftshistoriker Professor Friedrich Steinle.

Das Bündnis wirkt nur auf den ersten Blick ungewöhnlich. Letztlich geht es beiden Partner um das gleiche Ziel: Erkenntnisgewinn. „Da können sich zwei starke Bereiche der Bergischen Universität gegenseitig befruchten“, so Mättig.


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