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9. Juni 2009 - 17:35 Uhr
Flüchtlinge: Erion darf bei seiner Tochter bleiben
von Juliane Kinast
Die Initiative „Stay!“ hat in einem Jahr 300 Menschen geholfen.
 
 

Düsseldorf. Auf wackeligen Beinen stapft die 13 Monate alte Sharon Vasilika durch den kleinen Büroraum der Flüchtlingsinitiative „Stay!“ an der Hüttenstraße. Kichernd lässt sie sich in die ausgebreiteten Arme von Papa Erion Durka fallen. Lange stand die gemeinsame Zukunft von ihm und seiner kleinen Tochter selbst auf wackeligen Beinen. Die WZ berichtete Anfang 2008 über den Fall des 31-Jährigen, der zwei Jahre lang illegal in Düsseldorf lebte. Ohne Papiere, in ständiger Angst, bei einer Kontrolle aufzufliegen.

Schuld waren Probleme mit den albanischen Behörden. Das ist ausgestanden: Jetzt ist Erion Durka mit seiner Sarah (21) verheiratet, kann mit Sharon Vasilika ohne Sorge auf den Spielplatz gehen. Seit Februar hat er eine Aufenthaltsgenehmigung und eine Arbeitserlaubnis. „Jetzt kann ich mir endlich Arbeit suchen“, sagt Durka. „Ich fühle mich so befreit – endlich ohne Angst.“

Familie Durka ist die erste Erfolgsgeschichte der Initiative „Stay!“, die vor einem Jahr gegründet wurde, um illegalen Migranten zu helfen. Die „Stay!“-Familie setzt sich im Wesentlichen zusammen aus den Unterstützern, die 2007 die Abschiebung der Familie Idic verhinderten. Semra Idic arbeitet selbst im Verein mit und hat alle Einnahmen ihres Buches „Wenn nicht sogar sehr“ gespendet. Inzwischen ist mit Markus Rottmann aber auch ein Anwalt für Asylrecht im Boot, der sich auch für Erion Durka eingesetzt hat.

Drei Dutzend Menschen wurden durch Medinetz anonym behandelt

Durka ist einer von 300 Menschen, die im ersten Jahr bei „Stay!“ Rat suchten. „Wir waren von Anfang an gut frequentiert“, sagt Sozialarbeiterin Nicole Tauscher. Einer schwer kranken Mutter aus dem Libanon halfen sie, den Aufenthalt zu sichern. Ein anderes Mal beschafften sie nur Kleidung für einen Mann aus Togo. Um künftig noch besser helfen zu können, wollen die „Stay!“-Mitarbeiter mit der Stadt über eine anonyme Notschlafstelle für illegale Migranten verhandeln. Denn in den existierenden Unterkünften werden die Personalien der Übernachtungsgäste festgestellt – für Illegale der sichere Weg in die Abschiebehaft.

Bereits geschafft: eine anonyme medizinische Versorgung der Menschen ohne Papiere. Parallel zu „Stay!“ hat Uni-Kinderarzt Alex Rosen den Verein Medinetz gegründet, der an der Hüttenstraße Illegale berät. „Die Hemmschwelle ist groß. oft kommen sie erst, wenn es fast zu spät ist“, sagt Rosen. Doch inzwischen hat er ein Netzwerk aus 30 Praxen, die mit Medinetz kooperieren. Innerhalb eines Jahres behandelten sie erfolgreich 36 Menschen.


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