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LokalesKreis MettmannErkrath / Haan / Mettmann
7. September 2009 - 19:35 Uhr
Haan: Gesucht - Mischling Edzard
von Tanja Albrecht
Christine Rustemi wartet immer noch auf ihren Dackel. Die Aktionsgemeinschaft für Tiere meldet einen ähnlichen Fall, vermisst einen Hund.
 
 

Haan. „Uns und unseren Kunden sind schon öfters Hunde entlaufen“, sagt Christa Becker. „Bis jetzt ist jeder von ihnen wieder aufgetaucht.“ Mit einer Ausnahme: Edzard. Der zwei Jahre alte Schäfer-Collie war in Hilden zu Hause und soll Anfang August in Solingen entlaufen sein. Mit Plakaten sucht Christa Becker, die Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft für Tiere, den Rüden. Bislang vergeblich.

Gerichtsvollzieher konnte die Dackeldame nicht zurückbringen

Die Geschichte, das Verschwinden des Hundes, erinnert Christa Becker stark an den Fall von Christina Rustemi (WZ berichtete). Die in Gruiten lebende Besitzerin einer Dackeldame hatte ihr Tier regelmäßig in die Obhut einer jungen Frau gegeben – gegen Bezahlung. Irgendwann erhielt Christina Rustemi ihren Hund nicht mehr zurück. Sie ging vor Gericht, das entschied in dem Zivilverfahren zu ihren Gunsten.

Christa Becker hat drei Vereine gegründet, die die Aufnahme, Betreuung und Vermittlung von Tieren zum Ziel haben: Die Aktionsgemeinschaft für Tiere Langenfeld/Monheim (Katzen), die Aktionsgemeinschaft für Tiere Europa (Hunde) und die Aktionsgemeinschaft für Tiere Kleintiere. Sie finanzieren sich über Mitgliedsbeiträge (25 Euro im Jahr) und Spenden.
Der Verein hat eine Belohnung von 500 Euro ausgesetzt, wenn der Hund zurückgegeben wird.
Christa Becker, erste Vorsitzende aller drei Vereine, Telefon 31649, mobil 0173/1820024, E-Mail becker@agtiere.de

Doch bis heute hat sie ihren Hund nicht zurückerhalten. „Ich weiß, wo sich der Hund aufhält“, sagt sie. Geholfen hat ihr dieses Wissen bislang nicht. Am Dienstag wird der Gerichtsvollzieher zum zweiten Mal bei der jungen Frau klingeln. „Aber der wird mir meinen Hund auch nicht zurückbringen“, sagt Christina Rustemi. Doch aufgeben will sie nicht, droht weitere gerichtliche Schritte an, um ihren Vierbeiner zurückzubekommen.

So weit ist Christa Becker noch nicht. Obwohl auch sie ein Gerichtsurteil vorweisen kann, das die Herausgabe von Edzard an die Aktionsgemeinschaft für Tiere verlangt. „Aber das Urteil wurde zwei Wochen nach Edzards Verschwinden gesprochen. Jetzt kommen wir an den Hund nicht mehr ran“, sagt Christa Becker.

Die 60-Jährige setzt sich mit Leib und Seele für Tiere ein. Das Dachgeschoss ihres Reihenhauses ist allein den Katzen, die die Tierschützer aufnehmen, vorbehalten. Und wenn sie Hunde, Katzen oder Kaninchen vermitteln, dann schließen sie mit den künftigen Besitzern einen Vertrag ab.

Das Schriftstück regelt unter anderem, dass die Tiere nicht an Dritte weitergegeben werden dürfen, sondern an die Aktionsgemeinschaft zurückgeben werden müssen, wenn die Halter sich nicht mehr um sie kümmern können.

Aktionsgemeinschaft vermittelte Edzard nach Hilden

Und genau das ist im Fall von Edzard nicht geschehen. Aus einem französischen Tierheim haben Christa Becker und ihre Mitstreiter den Hund geholt. Vermittelt wurde er im März 2008 an eine 43Jahre alte Frau aus Hilden. „Die Besitzern hat von zu Hause aus gearbeitet und alle Voraussetzungen erfüllt, um den Hund halten zu können.“

Ende November erreichte Christa Becker eine E-Mail, dass Edzard bei einer Freundin der Hildenerin in Pflege sei, die bei einem Tierarzt arbeite und den Hund mit zur Arbeit nehmen könne. Sie selbst könne sich aus beruflichen Gründen tagsüber nicht mehr um das Tier kümmern.

Seitdem versucht Christa Becker, Edzard zurückzubekommen. Sie schrieb E-Mails an die Besitzerin, schaute bei ihr vorbei und versuchte auch über die Tierarzthelferin an den Hund zu kommen – erfolglos. Anfang Februar übergab sie den Fall dem Anwalt der Aktionsgemeinschaft, ließ eine Klage auf Herausgabe des Hundes einreichen.

Zwei Wochen bevor das Urteil gesprochen wurde, erreichte Christa Becker eine E-Mail, dass der Hund im Bereich Solingen/Leichlingen entlaufen ist. Gleichzeitig hat Christa Becker herausgefunden, dass das vermeintliche neue Frauchen Edzards umgezogen ist, sich aber noch nicht umgemeldet hat. „Seitdem suchen wir Edzard“, sagt sie.

Warum sich die Hildenerin nicht an den mit der Aktionsgemeinschaft für Tiere unterschriebenen Vertrag gehalten hat, kann Christa Becker nur vermuten. „Die neue Besitzerin wollte kein Geld bezahlen“, sagt sie. Der Verein, der sich ausschließlich aus Spenden finanziert, verlangt eine Vermittlungsgebühr von 260 Euro. „Dafür stellen wir auch eine Spendenquittung aus.“

Es gehe dem Verein nicht darum, Tiere zu behalten. „Wir nehmen Hunden doch nicht das Zuhause ohne triftigen Grund weg“, sagt sie. „Wir hätten die neue Besitzerin durchgecheckt und dann einen neuen Vertrag mit ihr abgeschlossen.“ Das machen die Vereinsmitglieder auch, wenn sie zum Beispiel Kaninchen in neue Familien übergeben.

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