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LokalesKreis MettmannWülfrath / Ratingen / Velbert
10. November 2009 - 18:09 Uhr
Ratingen: Rattenplage in der Schule
von Joachim Dangelmeyer
Die Martin-Luther-King- Gesamtschule hat mit ungebetenen Gästen zu kämpfen.
 
 

Ratingen. Erst war es nur ein Rascheln und Knistern, das bei den Lehrern an der Martin-Luther-King-Gesamtschule für Irritationen sorgte. Dann ließen trippelnde Schritte über der Decke den ersten Verdacht aufkeimen. Die angefressenen Tüten mit Süßigkeiten gaben dann Gewissheit: Ratten. Die ungebetenen Plagegeister sorgen seitdem für reichlich Gesprächsstoff.

„Ja, wir haben im Schulzentrum ein Problem mit Ratten“, bestätigte Gesamtschul-Direktor Michael Kreft auf Anfrage. Allerdings habe auch West ein Rattenproblem. Der rührige Schulleiter sorgt sich um den guten Ruf seiner Schule. Kreft räumte aber ein, dass das ehemalige Sprachlabor, das inzwischen als zusätzliches Lehrerzimmer genutzt wird, von Ratten heimgesucht wurde: Dort haben sich die Nager an den Süßigkeiten-Vorräten der Lehrer gütlich getan.

Dass im Umfeld von Schulen oder Schulzentren vermehrt Ratten auftauchen, verwundert nicht. Weggeworfene Butterbrote sind attraktives Futter, das die Tiere geradezu anzieht.
Der Rattenbekämpfer stellt in der Regel Köderstationen auf. Damit lässt sich die Plage eindämmen, rattenfreie Städte wird es nie geben.
Wer einen Rattenbefall feststellt oder gehäuft Ratten sieht, sollte dies umgehend dem Ordnunsamt melden. Telefon: 550-3211.

Kreft informierte umgehend die Schulverwaltung; die schaltete das Hochbauamt ein. Vermutlich haben die baulichen Eigenarten des Gebäudetrakts das Eindringen der Ratten erleichtert. So sollen die alten Heizkörper hinter der Wandverkleidung als Luftzufuhr eine Verbindung nach draußen haben – durch diese Kriechgänge sind die Ratten eingedrungen. Auch zwischen der vorgehängten Betonfassade könnten die Tiere Schlupflöcher gefunden haben.

Ratten sind auch in Ratingen-West ein allgegenwärtiges Problem

Das heimgesuchte Lehrerzimmer ist inzwischen geräumt und wird nun gründlich untersucht. „Zurzeit führen wir Schadstoffmessungen durch“, erklärte Johannes Kraft, Leiter des Schulverwaltungsamtes. Es müssen alle Wand- und Deckenverkleidungen herausgenommen werden; vor diesen Arbeiten muss geprüft werden, ob PCB oder Asbest verbaut wurde. Kraft: „Wir wissen noch nicht sicher, wie die Ratten den Weg nach drinnen finden konnten.“ Dass die Nager sich das Lehrerzimmer ausgesucht haben, verwundert ihn nicht: Dort gebe es immer Futter: Butterbrote, Süßigkeiten. „Erst wenn wir genau wissen, woher die Ratten gekommen sind, können wir das Problem abstellen.“

Kraft weiß auch, dass die Ratten in Ratingen-West allgegenwärtig sind: So wurden schon Tiere am helllichten Tag auf dem Schulhof des Bonhoeffer-Gymnasiums gesichtet. Das Gebiet rund um den Schwanenspiegel sei ebenfalls problematisch. Die Gesamtschule werde jetzt allerdings vorrangig behandelt. „Die Rattenbekämpfer sind ständig im Einsatz, im ganzen Stadtgebiet“, sagte Manfred Fiene, Leiter des Grünflächen- und Umweltamtes.

Allerdings gehören die Nager in den Aufgabenbereich des Ordnungsamtes. Das ist auch mit der Kreisverwaltung vertraglich geregelt. Der Amtsleiter kennt die Umstände, die ein Rattenaufkommen begünstigen: „Dicht gewachsene Bodendecker machen es den Tieren leicht, sich zu verstecken. Sie können unentdeckt ihre Behausungen unter den Pflanzen anlegen.“ Deshalb habe man an der Stadthalle die Bodendecker zurückgeschnitten oder entfernt, gleiches wurde bei der Renovierung der Scheibenhäuser in West gemacht. Fienes Rat: Wer Ratten sieht, solle dies dem Ordnungsamt melden: Telefon 550-3211.


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