Velbert. Rot-weiß-gestreiftes Flatterband leitet die Impf-Kundschaft ohne Umwege vom Parkplatz ins erste Obergeschoss der Feuerwehrwache in der Kopernikusstraße. Nach wenigen Schritten ist Raum 262 erreicht.
Dort warten schon zahlreiche Leute darauf, dass sie nach ihrer Anmeldung und dem Ausfüllen eines Fragebogens aufgerufen und hinter eine Leinwand im Nebenraum geführt werden.
„Das Risiko, an der Schweinegrippe zu erkranken, ist nun mal höher als die eventuellen Nebenwirkungen der Impfung.“
Angela K., die sich im Velberter Impfzentrum impfen ließ
Unter denjenigen, die sich jetzt im ersten Impfzentrum des Kreises in Velbert impfen lassen, sind auch Wilfried (42) und Angela (52) K. Das Heiligenhauser Ehepaar wollte sich eigentlich während der Praxisstunden impfen lassen, wurde dann aber über den Extra-Termin informiert.
„Das Risiko, an der Schweinegrippe zu erkranken, ist nun mal höher als die eventuellen Nebenwirkungen der Impfung“, sagt Angela K., und ihr Mann Wilfried pflichtet ihr bei: „Die Schweinegrippe kann gefährlich werden. Man fühlt sich sicherer, wenn man geimpft ist. Und hier verläuft alles schnell und komplikationslos.“
Dafür sorgen die Planung im Vorfeld und die gute Zusammenarbeit der 14 involvierten Hausärzte und Internisten mit den Einsatzkräften der Feuerwehr. Gemeinsam stellten sie am Wochenende das Impfzentrum auf die Beine.
„Auch wenn es das Kreisgesundheitsamt bisher nicht für nötig hielt, derartige Zentren wie etwa in Düsseldorf einzurichten, wollten wir aktiv werden“, sagt Dr. Rolf Jentzsch (58). Er ist Internist in Velbert und impfte mit zwei Kollegen allein am Premierentag rund 320 Menschen.
„Im Vorfeld hatten sich 300 angemeldet, 20 kamen noch spontan vorbei. Die konnten wir auch noch behandeln, weil wir Impfstoff für 450 Leute vorrätig hatten und mit einem noch größeren Andrang gerechnet haben“, erklärt Jentzsch, der mit seinen Kollegen zu den Hauptzeiten bis zu 80 Leute in der Stunde spritzte.
Das sei im Alltag nicht möglich, weil die Nachfrage immer größer wurde. Weil der Praxisbetrieb zeitweise kaum noch aufrechterhalten werden konnte, schlossen sich die Velberter Ärzte zu diesem Impftag zusammen.
Bei der Premiere wurden vorwiegend Risikopatienten und Leute aus dem Gesundheitswesen geimpft. Dazu gehört auch der 70-jährige Hans Leetink. „Ich muss mich aber noch gedulden“, erklärt er. Mit seiner Frau Ursula (70) hat sich der Velberter einen Tag zuvor über die Hotline angemeldet.
„Ich bin herzkrank und gehöre zur Risikogruppe. Mein Arzt hat mich bislang immer gut beraten und mir die Impfung empfohlen. Weil der Zusatz Marcumar das Blut verdünnt, wäre es jetzt aber noch zu riskant, mich impfen zu lassen.“ Seine Frau Ursula ist krebskrank und will sich ebenfalls impfen lassen: „Wir haben uns auch immer gegen die normale Grippe impfen lassen.“
Auch Dr. Jentzsch ließ sich mit seiner Frau und seinem Sohn impfen. Er ist vor allem mit dem Ablauf zufrieden: „Durch die Kooperation mit der AOK konnten die Termine genau abgestimmt werden, niemand musste lange warten.“ Daher soll das Verfahren auch bei den künftigen Impfungen so laufen. „Eine Voranmeldung ist zwingend erforderlich, damit auch die anderen Impftage so gut verlaufen. Ein Patient sagte, dass die Impfung so gut ablief wie Brezeln backen.“




