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LokalesKreis MettmannKreis Mettmann
20. November 2009 - 16:57 Uhr
Leckeres aus Langenfeld
von Lothar Leuschen
Mit italienischen Gaumenfreuden aus deutschen Landen fährt der Langenfelder Pizza-Bringdienst im Eiltempo auf der Erfolgsspur.
 
 

Langenfeld. Einer der erfolgreichsten Pizzabäcker Deutschlands kommt aus Schwalmtal im Kreis Viersen und verwöhnt von Langenfeld aus die Gaumen zwischen Rendsburg und Rosenheim. Er heißt Christoph Rademacher und ist diplomierter Ernährungswissenschaftler. Wer sich den Mann nun allerdings Teig knetend und werfend vorstellt, liegt ein bisschen falsch. Vielmehr denkt Rademacher sich aus, was die Bäcker in heute 164 Filialen von „Hallo Pizza“ zubereiten.

Standort ME

Gründung: Der Pizza-Bringdienst ist 1989 von Axel Fassbach gegründet worden.

Filialen aktuell: 164

Kosten Für Filialgründung: etwa 70.000 bis 90.000 Euro

Mitarbeiter: 15 in der Zentrale, 2.200 inklusive Mini-Jobber bei den Franchise-Partnern

Umsatz 2008: 70,3 Millionen Euro netto

Ausbildung: „Hallo Pizza“ bildet ständig bevorzugt Abiturienten und Fachabiturienten zu Fachleuten für Systemgastronomie aus.

Aber Rademacher (39) scheint ein Näschen dafür zu haben, was dem deutschen Gaumen schmeicheln kann. „Hallo Pizza“ jedenfalls fährt auf der Erfolgsspur – und das mit Höchstgeschwindigkeit. „Zwölf aufwärts. Das ist die Zahl der Filialen, die wir jedes Jahr neu aufmachen wollen“, sagt Geschäftsführer Frank Sasse (37). Und wenn er „Wir“ sagt, meint er die 15-köpfige Zentrale in Langenfeld und die Partner der Firma, die Franchise-Nehmer.

Das Prinzip „Hallo Pizza“ funktioniert im Grundsatz wie das der großen System-Gastronomen McDonald’s oder Maredo. Das sind auch zwei der Marktteilnehmer, die der vor 20 Jahren in Düsseldorf gegründete Bringdienst als Mitbewerber bezeichnet.

„Die Pizzeria an der Ecke ist mit uns nicht vergleichbar“, so Rademacher. Dort sei die Pizza vielleicht ein paar Cent billiger. „Aber dafür sind die Anforderungen an die Qualität und deren Kontrolle auch ganz anders.“ Außerdem seien das zumeist Familienbetriebe, und die hätten dadurch geringere Personalkosten.

Rademacher ist bei „Hallo Pizza“ dafür verantwortlich, dass die Produkte „erdacht in Langenfeld“ überall gleich gut schmecken und mit derselben Qualität hergestellt werden. So etwas wie Analogkäse, also Gouda-Ersatz, oder Schinken aus Formfleisch hat auf seinen Pizzen nichts zu suchen. Das ist einerseits appetitlicher für den Kunden, andererseits aber auch ein paar Cent teurer. „Ein Kilo Gouda kostet 4,50bis fünf Euro. 100 Gramm sind auf jeder Pizza“, erklärt der Ökotrophologe. „Das macht sich natürlich im Preis bemerkbar.“

Aber selbst wenn die italienischen Spezialitäten aus dem Rheinland ein bisschen teurer sein sollten, scheint es die Kunden nicht zu stören. Seit Axel Fassbach die Firma gründete, kennt die Entwicklungskurve nur eine Richtung: aufwärts. Offenbar traf und trifft der Düsseldorfer den Nerv der Zeit.

Schnell lecker essen passt in die Hochgeschwindigkeitsgesellschaft. Deshalb ist „zwölf oder mehr neue Filialen im Jahr“ selbst in Krisenzeiten wohl nicht geprotzt. „Wir sehen natürlich auch, dass die Banken zurückhaltender finanzieren“, sagt Sasse. Doch das Interesse möglicher Franchise-Nehmer ist offenbar ungebrochen.

Alle Qualitätskriterien müssen akribisch erfüllt werden

Das mag nicht zuletzt daran liegen, wie die Chefs von „Hallo Pizza“ Partnerschaft definieren. Die ist dann gut, wenn beide Seiten lange etwas von dem Geschäft haben. Damit das so ist, müssen die Pizza-Dienste alle Qualitätskriterien akribisch erfüllen.

Dafür sind Franchise-Gebühren oder gegebenenfalls Ladenmieten so kalkuliert, dass für den Filialisten genug übrig bleibt. Zudem kümmert sich die Langenfelder Zentrale darum, dass die Produktpalette immer auf dem neuesten Stand und so zusammengestellt ist, dass sich das Angebot von dem der Konkurrenten abhebt.

Dafür greifen Rademacher & Co. auch auf ungewöhnliche Kombinationen zurück: Pizza mit Currywurst, Pizza mit Sauerkraut, Pizza mit richtiger Sauce Hollandaise, Pizza mit frischen Pfifferlingen, Pizza mit egal was – Hauptsache, es schmeckt.

Bisher scheinen die Langenfelder und ihre Partner überall den Geschmack getroffen zu haben. Selbst Promis greifen zwischen Kaviar und Chateaubriand gern auch mal zur italienischen Nationalspeise. „Telekom-Chef René Obermann hat schon bei uns in Bonn bestellt. Und in Meerbusch gehörten Verona und Franjo Pooth bereits zu unseren Kunden“, sagt Marketingleiter Peter Steiner (44). Den ungewöhnlichsten Gast aber hatte eine Filiale in Hamburg. Dort stand eines Tages David Copperfield wie aus dem Nichts vor der Theke.


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