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22. November 2009 - 18:44 Uhr
Zeitreise im Paternoster: Der vierte Talort-Fall ist echt skurril
Viel Premieren-Applaus für Rick Ronsberger und Co.
 
 



Wuppertal.  Wer schon einmal mit dem Paternoster im Barmer Rathaus unterwegs war, kennt die Schilder vor der letzten Etage: „Bitte aussteigen! Weiterfahrt ungefährlich!“. Doch was genau passiert, wenn der Fahrgast nicht aussteigt? Diese Frage beantwortete der 4. Fall des Musiktheaters „Talort“, der am Freitagabend im Café Ada an der Wiesenstraße seine Premiere feierte.

Zuschauer loben den schrägen
Humor der Krimi-Reihe

„Unser Anliegen ist es immer, Theater und Musik mit einem typischen Wuppertaler Thema zu verbinden“, erklärt Regisseur Wolfgang Suchner bei der Premiere. Das ist dem zehnköpfigen Talort-Team geglückt. Privatdetektiv Rick Ronsberger, gespielt von Stefan Otto, hat es mit einem Mordfall in der Schwebebahn zu tun, der 80 Jahre zurückliegt – und den Ronsberger selbst auslöst, weil er in besagtem Paternoster eben nicht aussteigt und so in die Vergangenheit zurückreist. Es ist ein Mordfall, der die Wuppertaler Geschichte total auf den Kopf stellt.

So gibt es plötzlich das Tal der Wupper nicht mehr, stattdessen Barmscheid und Elberfingen. Hört sich verrückt an – ist es auch! „Talort – der 4. Fall“ ist eine skurrile Kriminalgeschichte mit rasanten Videosequenzen, und Slapstick, gekrönt von Live-Musikern, die mit selbst geschriebenen Ohrwürmern immer wieder Liebeserklärungen an Wuppertal formulieren.
„Bei einem Team von zehn Leuten, die alle an der Entwicklung des Plots mitarbeiten, kommt es schnell zu verrückten Ideen“, sagt Suchner. Genau diese Ideen sind es, die das Publikum sehen möchte. „Es ist dieser verrückte Humor, der den Talort jedes Mal so besonders macht“, schwärmte Lena Burchert, die ihren dritten Fall erlebte.

Allerdings: Ob Suchner im kommenden Jahr einen weiteren „Talort“ auflegt, ist fraglich. Die Produktion werde immer schwieriger, so Suchner, die Finanzierung stehe jedes Mal auf der Kippe. Aber das ganze Team hoffe, auf den nächsten Fall. „Und vor allem wollen wir unsere mittlerweile zahlreichen Fans nicht enttäuschen.“

Auch dieses Mal gab der fast ausverkaufte Saal im Café Ada dem Projekt Recht. Spätestens beim krönenden Abschluss – eine wilde Ruderfahrt im Gummiboot von Rick und seiner Mutter über die imaginäre Wupper – kommen einige Zuschauer aus dem Lachen nicht mehr heraus. Eine rundum gelungene Premiere.

Weitere Vorstellungen des vierten „Talort“-Falls gibt es am 19. und 20. Dezember, ebenfalls im Café Ada.

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