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LokalesKreis MettmannErkrath / Haan / Mettmann
25. November 2009 - 16:29 Uhr
Erkrath: Stadtentwicklungskonzept für 120.000 Euro
von Arnulf Ramcke
SPD, BmU und Grüne beschließen am Donnerstag im Ausschuss, das ein Konzept für die Stadtentwicklung erstellt wird.
 
 

Erkrath. 120.000 Euro. Diese Summe lässt die neue Mehrheit im Rat erhaben alle Verdächtigungen kontern, die Zukunft Erkraths liege ihr nicht am Herzen. Genau für die soll das Geld nämlich ausgegeben werden. Wie im Wahlkampf angekündigt, werden SPD, BmU und Bündnisgrüne der Verwaltung den Auftrag erteilen, für die 120.000 Euro bei einem Planungsbüro ein Stadtentwicklungskonzept in Auftrag zu geben.

„Die Neanderhöhe und Klein-Bruchhaus werden gar nicht erst geprüft.“

(Reinhard Knitsch, Fraktionsvorsitzender der Bündnisgrünen)

Bestandteil sollen unter anderem ein „Evaluationskonzept und dynamische Anpassung des Konzeptes (Fortschreibung) an sich ändernde Rahmenbedingungen“ sein. So steht’s im Antrag der drei Fraktionen, der heute im neu gebildeten Ausschuss für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung beraten wird. Solche Forderungen lassen das Schlimmste befürchten.

Das ahnte wohl auch Reinhard Knitsch, der Fraktionsvorsitzende der Grünen. Er räumte gestern im Gespräch mit der WZ ein, dass die Formulierungen noch ein wenig Konkretes vermissen lassen. Genau das sei jedoch beabsichtigt: „Es geht darum, ein Konzept zu erhalten, dass nicht nur prüft, ob Erkrath weitere Wohnbebauung und neue Gewerbegebiete benötigt. Faktoren wie die demografische Entwicklung sollen ebenfalls einfließen.“

Rund eineinhalb Jahre, so die Einschätzung von Knitsch, werde diese Erstellung des Konzepts dauern. „Daher ist der nicht unerhebliche finanzielle Aufwand berechtigt“, sagt er. Die Bürgerschaft soll intensiv an dem Verfahren beteiligt werden – „indem sie sagt, was sie sich in ihrer Stadt wünscht und wo die Entwicklung hingehen soll“.

Knitsch stellte klar, dass die Neanderhöhe als Standort für Gewerbebetriebe und Klein-Bruchhaus als ein Gelände für Wohnhäuser gar nicht erst in die Prüfung einbezogen werden sollen. An dem Bau-Tabu in diesem Bereichen sei nicht zu rütteln.

Sollte das Stadtentwicklungskonzept zu dem Ergebnis kommen, dass Erkrath einen Mangel an Gewerbeflächen aufweist, „stehen Flächen an der Schimmelbuschstraße und im Bereich Kemperdick/Thieleshof als Alternative zu Verfügung“.

Einem Unternehmer, der seine Firma von Düsseldorf nach Erkrath verlagern möchte, hilft das nicht. Er würde gerne ein Bürogebäude bauen, findet aber kein Grundstück. Für Bürgermeister Arno Werner steht daher fest, „dass wir ohne die Ausweisung zusätzlicher Gewerbefläche nicht hinkommen“.

An eine Stabilisierung des Gewerbe- und Einkommensteueraufkommens sei sonst nicht zu denken. Statt veranschlagter 44 Millionen Euro aus beiden Bereichen nimmt die Stadt in diesem Jahr rund zehn Millionen Euro weniger ein.


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