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LokalesKreis ViersenKempen / Grefrath / Nettetal
21. Januar 2010 - 18:31 Uhr
Vinkrath: Brauchtum - Kleine Narren mit Geschichte
von Manfred Baum
Der Kinderkarnevalsverein Vinkrath feiert sein 50-jähriges Bestehen. Bereits 1955 gab es das erste Bööscher Kinderprinzenpaar. Hilfe gab es stets von Nachbarn und Vereinen.
 
 

Vinkrath. Der närrische Startschuss ist gefallen, die Session 2009/2010 kommt auf Touren. Für die Narren im 2000-Seelendorf Vinkrath ist es eine besondere Session: Der Kinderkarnevalsverein wird 50Jahre alt.

„Der Kinderkarneval ist eine heimatkundliche Angelegenheit und damit eine schulische Aufgabe.“

Wilhelm Siempelkamp, Lehrer

Büttenabend ab 20.11 Uhr (Einlass 19 Uhr); Eintritt fünf Euro.
Kostümball ab 20 Uhr; Eintritt fünf Euro.
Kindersitzung ab 14.11 Uhr; Eintritt frei.
Das Festzelt wird auf dem Gelände der ehemaligen Schleuderschule am Rütersend aufgebaut.
Die Karten für den Büttenabend und den Kostümball gibt es bei Christoph Tenhaef: Tel.02158/4365, Mail: Tenhaef@aol.com

Das Ehepaar Peter und Elisabeth Verspai unternahm 1955 die ersten närrischen Schritte. Es gab noch keinen Verein, aber die Verspais hatten ein erstes Bööscher Kinderprinzenpaar auserkoren und zogen mit dem Nachwuchs durch Vinkrath. Die Tollitäten waren Peter Verspai junior und Käthe Bulhorst. Als Prinzengefährt diente ein Bolderwagen.

Damals gab es in Vinkrath noch die Volksschule– und die wurde vom „Bazillus Carnevalitis“ infiziert. Lehrer Wilhelm Siempelkamp notierte in der Schulchronik: „Der Kinderkarneval ist eine heimatkundliche Angelegenheit und damit auch eine schulische Aufgabe.“

So kam es, dass Siempelkamp ein oder zwei Jahre später den ersten geordneten Zug auf die Beine stellte. Das Prinzenpaar waren Werner Verheiden und Gudrun Siempelkamp. 1960 wurde der Kinderkarnevalsverein ins Leben gerufen, der Jahre später in einen eingetragenen Verein umgewandelt wurde.

In Pfarrer Hermann-Josef Paschmanns fanden die Bööscher Karnevalisten einen prominenten Unterstützer. Hubert Caelers, Willi Derichs, Laurenz Gotzes und Helmut Hennig waren Männer der ersten Stunde.

Hennig trug stets schwarzen Anzug und weiße Handschuhe bei den Umzügen, Derichs hatte die Bonbon-Verteilung im Griff, Caelers war ein meisterlicher Spenden-Sammler. Und „Flöth Hannes“, Schmiedemeister Johannes Floeth, hielt vieles mit seiner Kamera fest.

Viele Nachbarschaften beteiligen sich mit Wagen und Fußgruppen

Es sollten im Laufe der Jahre viele Züge durch Vinkrath ziehen. Mit tollen Fußgruppen, Prinzen-, Fest- und Prunkwagen, die von den Nachbarschaften mit Kreativität und viel handwerklichem Geschick gebaut wurden.

Aktiv waren unter anderem die Nachbarschaften aus Woutersfeld, Ketel und vom Tetendonk, Am Graben, aus der Heide, vom Friedhofsweg, von Mörtelsstraße und aus Vinkrath-Vorst.

Auch die Vereine beteiligten sich, darunter SuS und Trommlercorps. Vor zwei Jahren gab es eine kleine Sensation: das Vinkrather Kinderprinzenpaar kam aus Grefrath: Julian Göbel und Katrin Mäurers-Ellerwald.

Seit Mitte der 1990er-Jahre zieht der Zug nur noch alle zwei Jahre am Rosenmontag durch den zweitkleinsten Ortsteil der Niersgemeinde. In den anderen Jahren organisiert das Grefrather Karnevals Komitee einen Tulpensonntagszug. In diesem Jahr ist das Motto in Vinkrath besonders lang: „50Joer all Bööscher träke, och in 100Joer habe we noch klääne Jäke.“


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