0 0
stellen
auto
immobilien
marktplatz
tiere
reisen
inserieren
LokalesWuppertalAktuelles
6. Februar 2010 - 07:06 Uhr
Kreuz Nord wird teurer, kommt später – und gefährdet Ikea
Der Landesbetrieb stellt aktuelle Planungen für den Verkehrsknotenpunkt vor. Baustart nicht vor Ende des Jahres 2013.
 
 

Wuppertal. Wer in der 60er Jahren vom Spagetti-Knoten sprach, hatte ein Schreckgespenst im Kopf: das Autobahnkreuz Kaiserberg. Inzwischen haben sich Kraftfahrer an solch komplizierte Trassen gewöhnt, gleichzeitig stieg aber auch das Verkehrsaufkommen. Ergebnis ist, dass – im Unterschied zum Nudelknoten – die in Deutschland beliebte Kleeblattform wegen ihrer kurzen, schlecht überschaubaren Rampen zu Staus und Unfällen führt.

Zu großes Staupotenzial: Die Ampel fällt nach dem Umbau weg

Überholt sei also diese Lösung, sagte Ludger Siebert vom Landesbetrieb Straßen NRW, als er im Unigebäude am Haspel die Pläne für den Umbau des Autobahnkreuzes Nord vorstellte. Die Bedeutung von Knotenpunkten sei bislang zu wenig beachtet worden, obwohl gerade sie das höchste Staupotential bergen würden. Klares Argument für diese Auffassung ist am Kreuz Nord ein Unikum, nämlich die AmpelSteuerung an der Einmündung der A 46 in die B 326. Sie soll entfallen, wenn das Kreuz per Umbau sicherer und leistungsfähiger gemacht wird.

Die Zufahrten von der A 46 zur A 1 Richtung Bremen und umgekehrt zur A 46 laufen über einen neuen Überflieger.
Die Schwelmer Straße ist künftig zweifach ans Kreuz angebunden. Die Abfahrt von der A 46 und von der A 1 aus Richtung Köln sowie die Auffahrt zur A 1 Richtung Bremen erfolgen leicht südlich der bisherigen Einmündung auf der östlichen Straßenseite.
Die Zufahrten zur A 46, zur A 1 Richtung Köln und die Abfahrt von der A 1 aus Richtung Bremen liegen südlich der A 1 oberhalb der Kreuzung Eichenhofer Weg/Stefansbecke.
Die Verbindungen zwischen A 43 und A 1 bleiben weitgehend unverändert. Die Einfädelungsspur von der A 43 auf die A 46 wird auf 1000 Meter verlängert, die Hälfte davon zweispurig.

Nach Vorplanungen seit 2002 und immerhin 18 ad acta gelegten Alternativen hat sich Nr. 6a (siehe Grafik und Kasten) als Vorzugsvariante erwiesen, obwohl sie die teuerste aller vorgeschlagenen Lösungen ist. Den langen Marsch durch die Instanzen ersparte Siebert auch seinen Gästen nicht und legte ausschweifend dar, welche Gutachten noch durchlaufen werden müssen: lärmtechnische, lufthygienische, geologische, hydrologische Prüfungen.

Was Eingeweihten dabei aufging: Von gut 16 Millionen Euro in der Vorplanungsphase ist der Kostenvoranschlag auf nunmehr 21,6 Millionen Euro geklettert. Und der im April 2009 erhoffte Baubeginn im zweiten Halbjahr 2012 ist bereits gegen Ende 2013 gerückt. Wobei Bürgerproteste und mögliche Klagen noch gravierendere Verzögerungen bedeuten könnten. Erste Beteiligungsmöglichkeiten für Anwohner wird es im Planfeststellungsverfahren geben, das noch 2010 anlaufen soll.

„Ich kann mir nicht vorstellen, dass Bund und Land bereit sind, dafür die Kosten zu tragen.“

Ludger Siebert, Straßen NRW, über die zu erwartenden Mehrkosten für eine eigene Anbindung des Ikea-Geländes an das Autobahnkreuz.

Wie dem auch sei, in jedem Fall wird die Umsetzung von Vorschlag 6a zweieinhalb Jahre Bauzeit bedeuten. Brücken- und Trogbauwerke werden abgerissen und neu erstellt, Rampen verlängert, Fahrbahnen verbreitert und Lärmschutzwände errichtet. Über letzte Details hierzu werde derzeit noch beraten, während eines bereits klar ist: Die neuen langen Rampen und Überflieger werden den Verkehr flüssiger machen. Zugleich soll viel strenger als beim Bau des Kreuzes auf Umwelt und Lärmschutz geachtet werden.

Zum Schluss wartete Siebert mit einer Überraschung auf. Die Ansiedlung von Ikea am Eichenhofer Weg sei beim errechneten Verkehrsaufkommen nicht berücksichtigt worden. Falls das Möbelhaus den Standort wünsche, könne eine zusätzliche Parallelrampe nötig werden, um den zu erwartenden An- und Abfahrts-Verkehr der Ikea-Kunden ebenfalls auf die Autobahn zu leiten. Wie diese geführt werden könnte, ist noch unklar – zumal das ausgebaute Kreuz schon im jetztigen Entwurf näher an das Gelände an Eichenhofer Weg heranrücken wird. Zu erwarten sind in jedem Fall weitere erhebliche Mehrkosten. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass Bund und Land bereit sind, dafür die Kosten zu tragen. Ob es für Ikea dann noch rentabel ist, muss sich zeigen.“


Social-Bookmark setzen
del.icio.us Mister Wong YiGG Webnews Linkarena
 
 
Umfrage
Braucht Wuppertal ein Konjunkturprogramm allein für die Straßen?
Ja, aus eigener Kraft ist die Sanierung nicht zu schaffen
Nein, Wuppertal hat größere Probleme

 Kommentare lesen
Fotogalerie
Bekannt ist Else Lasker-Schüler für ihre Gedichte - dass die Wuppertalerin aber auch eine Leidenschaft für das Zeichnen hatte, zeigt das Jüdische Museum Frankfurt vom 8. September bis 9. Januar in einer Ausstellung ihrer Bilder.  mehr...
Umfrage
Grüne Armut: Müssen die Bürger mehr für das Erscheinungsbild ihrer Stadt tun?
Ja, wenn die Kassen leer sind, müssen alle mit anpacken
Nein, das ist Sache der Stadt - wir zahlen genug Steuern

 Kommentare lesen
Fotogalerie
Mit einer bunten Eröffnungsfeier hat am Sonntagabend die Rollhockey-EM begonnen - zum Auftakt besieg  mehr...
Umfrage
Ist es richtig, die Lettow-Vorbeck-Straße umzubenennen?
Ja, weil der Name belastet ist
Nein, das ist den Anwohnern nicht zuzumuten

 Kommentare lesen
Umfrage
WSV gegen Mainz 05 II - wieder ein Freitagsspiel. Welcher Spieltag ist Ihnen am liebsten?
Freitag
Samstag
Sonntag

 Kommentare lesen
Fotogalerie
Ein Stadtteil feiert sich selbst: Elberfeld wird 400 Jahre alt und dieses Jubiläum wird kräftig gefeiert, und zwar das ganze Wochenende über - die schönsten Impressionen finden Sie hier!  mehr...
Umfrage
Umweltzonen, Bretterzäune: Sind die Maßnahmen gegen Feinstaub in Wuppertal überzogen?
Ja, das ist bloß Aktionismus.
Nein, gegen die unsichtbare Gefahr kann gar nicht genug getan werden

 Kommentare lesen
Wuppertal. Als im Jahr 1527 das berühmte Garnprivileg unterzeichnet wurde, hatten sich an den Wupperwiesen schon längst etliche Bleichereien niedergelassen. Das kalkarme Wasser der Wupper sowie weite Wiesen im Tal – das waren beste Voraussetzungen für den Beginn der Wirtschaft an der Wupper. Die Wupper und die Arbeit...  mehr...
Wuppertal. Pünktlich zu Beginn der Sommerferien erwartet die Leser von wz-newsline ein neues Quiz über Wuppertal. Diesmal gilt es nicht, Fragen zu bestimmten Themen beantworten, sondern markante Wuppertaler Gebäude zu erkennen. Das ist doch einfach? Nicht ganz. Denn natürlich zeigen wir Ihnen nicht die komplette Gebäudeansicht, sondern nur einen kleinen Ausschnitt. Jetzt gilt's: Wie...  mehr...
Neulich wollte uns Bergische ein Düsseldorfer provozieren: Wartet nur ab, bis der Klimawandel kommt, meinte er. Darauf entgegnete W.Zetti nur: Bis der Klimawandel das Bergische erreicht, herrscht in der Landeshauptstadt längst Land unter. Haan wird Hafenstadt und der Fernsehturm ein Leuchtfeuer für einfahrende Schiffe. Die Holländer haben sich längst ins...  mehr...