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30. Juli 2010 - 18:17 Uhr
A57: Lärmschutzwand trifft auf Widerstand
von Chrismie Fehrmann
mit einem Kommentar von Dagmar Groß
Gekrümmter Schallschutz ist die preiswerte Lösung. Doch SPD-Politiker halten an der Tunnel-Trog-Lösung fest.
 
 

Krefeld. Die WZ-Berichterstattung über den Ausbau der A 57 samt Lärmschutz hat für regen Diskussionsstoff gesorgt. Die favorisierte Planungsvariante, bei der sechseinhalb Meter hohe gekrümmte Schallschutzwände den Straßenlärm auffangen sollen, wird sehr unterschiedlich bewertet.

Jürgen Wettingfeld, planungspolitischer Sprecher der CDU, sagt: „Es ist positiv, dass sich beim Landesbetrieb Straßenbau etwas bewegt. Jetzt warten wir darauf, dass diese neue Variante im nächsten Planungsausschuss am 1. September vorgestellt wird.“ Außerdem müsse sie den Bürgern gezeigt werden, so Wettingfeld. „Das Schlimmste wäre, in zehn Jahren immer noch zu diskutieren. Der Lärmschutz muss für die Menschen erlebbar sein.“

Aufgrund des Bundes-Immissionsschutzgesetzes müssen Lärmschutzwände errichtet werden, wenn die Schallquelle zu laut ist. Anwohner können bei ihrer Gemeinde entsprechende Gutachten oder Geräuschemissionsprognosen einfordern. Bei Überschreitung der gesetzlichen Richtwerte ist die Errichtung einer Lärmschutzwand erforderlich.

Jürgen Hengst, in gleicher Funktion bei der SPD, will zunächst am Ratsbeschluss der Tunnel-Trog-Lösung festhalten. Für ihn stellt sich die Frage nach der politischen Umsetzung. Hengst: „Die beschriebene Variante ist ein planerischer Vorschlag einer ausführenden Behörde, die nicht die Entscheidung fällt. Die politischen Beschlüsse sind entscheidend.“ Er denkt, dass mit einer neuen Landesregierung auch eine andere Beurteilung erfolgen kann.

Nicht die ganzen zehn Kilometer sollen untertunnelt werden

Für „eine enttäuschende Notlösung, die die gesetzlichen Bedingungen erfüllt“, hält Paul Hoffmann, stellvertretender Vorsitzender der FDP-Stadtratsfraktion, den vorgeschlagenen Schallschutz. „Es ist preiswert, aber nicht das, was wir wollen.“ Er fragt sich, ob das vorgeschlagene Finanzierungsmodell Modell mit einem privaten Partner (PPP) ausgeschöpft ist. „Außerdem sollen ja nicht die ganzen zehn Kilometer untertunnelt werden.“

„Wir haben uns darauf geeinigt, dass wir die Tunnel-Trog-Lösung fordern“, sagt Heidi Matthias, Grüne in der Bezirksvertretung Ost. „Es ist illusorisch, das ganze Krefelder Gebiet zu untertunneln, aber die Strecken, an denen die meisten Menschen wohnen, sind wichtig, da fordern wir das Maximale.“ Lkw-Maut-Einnahmen könnten solche Projekte fördern. „Man sollte weniger Straßen bauen, diese dafür so umweltverträglich wie möglich.“

Werner Siebertz, CDU-Sprecher in der Bezirksvertretung Oppum-Linn, sagt zur aktuellen Planung: „Damit bin ich einverstanden und die Bürger, die es betrifft, mit Sicherheit auch. Hauptsache, es ist besser als bisher. Der Tunnel ist nicht realisierbar.“

Wilfried Bovenkerk, für die SPD in der BZV Oppum-Linn, hält am Tunnel-Trog fest. „Er ist im Interesse der Menschen, sie haben ein Anrecht darauf. Sollte das abgeschmettert werden, muss man mit den Verantwortlichen in Düsseldorf und Berlin verhandeln.“

Kommentar
Keine Chance mehr für den Tunnel
Dagmar Groß

Der Landesbetrieb Straßen NRW hat nicht das letzte Wort darüber, wie die A 57 im Bereich Krefeld ausgebaut wird. Doch wenn es stimmt, dass auch Landes - und Bundesregierung bereits auf die Variante mit den gebogenen Lärmschutzwänden eingeschworen sind, dann hat der Tunnel keine Chance mehr. Da hilft auch kein Verweis... mehr  
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