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30. Juli 2010 - 18:11 Uhr
Chemiepark blickt nach China
von Dagmar Groß
Die Partnerfirmen haben die Krise gut überstanden. Bei der Suche nach neuen Interessenten setzt man auf den Fernen Osten.
 
 

Krefeld. Die Firmen im Uerdinger Chemiepark sind gut durch die Krise gekommen, auch wenn zum Jubeln kein Anlass besteht. Der Blick geht nach vorne und man bemüht sich, neue Partner für das Gelände anzuwerben. Dabei setzt man unter anderem auf China

Von der Party-Laune der Wirtschaft, die der Chef des Ifo-Instituts Hans-Werner Sinn heraufbeschworen hat, will Chemieparkleiter Stefan Dresely zwar nichts wissen, solche emotionalen Begriffe seien nicht angebracht. „Tatsache ist: es wird besser.“

Im Vergleich zum Januar 2008 ist man ungefähr wieder bei 90 Prozent angelangt – sowohl was Lkw-Lieferungen, Energieverbrauch als auch Produktion angeht. Wobei es immer noch Schwankungen gebe, so Dresely. Selbst die Firma Tronox (jetzt Crenox), die Insolvenz anmelden musste, habe die Krise überlebt, sei auf einem guten Weg. Und auch das Thema Kurzarbeit habe sich erledigt.

Unternehmen hat sich frühzeitig mit dem Thema Krise beschäftigt

Den Grund dafür, dass der Chemiepark bisher relativ glimpflich davon gekommen ist, sei die frühe Auseinandersetzung mit dem Thema. „Wir hatten uns schon im April, bevor die ersten Anzeichen erkennbar waren, mit möglichen Szenarien beschäftigt“, sagt Dresely. Durch die Kurzarbeit bei Tectrion und Chemion habe man das qualifizierte Stammpersonal halten können.

Auch von der neuen Landesregierung in Düsseldorf lässt man sich in Uerdingen – im Gegensatz zur IHK beispielsweise – nicht schrecken. „Der rot-grüne Koalitionsvertrag enthält vieles, was wir unterschreiben“, sagt Dresely und nennt als Beispiel die duale Ausbildung oder das Bekenntnis zur Industrie.

Vor diesem Hintergrund ist auch die Suche nach neuen Partnern für den Standort wieder ein Thema. Damit ist eine eigene Abteilung der Currenta (ehemals Bayer) befasst. Und die lässt ihre Blicke nicht nur innerhalb Europas schweifen. Dresely sieht vor allem Chancen in der Kooperation mit dem Chemiepark Nanjing in China – aber auch USA und Frankreich seien mögliche Ansprechpartner.

„Wir müssen ideale Rahmenbedingungen schaffen. Nur dann investieren potentielle Interessenten auch in eine Anlage im Chempark und nicht in anderen Teilen der Welt“, ist Dresely überzeugt. Dazu gehöre unter anderem auch die sichere Versorgung mit günstiger Energie.

Bessere Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung

Positiv bewertet der Chemiepark-Chef die verbesserte Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung. Durch die neue Struktur der WFG , die die Industrie einbezieht, seien die Wege kürzer geworden. „Wir können die Flächen, die Krefeld zu bieten hat, optimal nutzen, Interessenten an den jeweils anderen verweisen, wenn wir selber nicht das passende Grundstück anbieten können.“

Auch ohne Party-Laune zeigt man, dass sich die Wirtschaft in Krefeld nicht auseinanderdividieren lässt. Jüngstes Beispiel dafür sei die Aktion „Zukunft durch Industrie“, bei der Firmen, Gewerkschaften, IHK und Unternehmerschaft zusammenarbeiten wollen, um die Akzeptanz der Industrie zu verbessern.

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