Auf die Welt kam er als Dodge Journey. Jetzt hat er einen neuen Namen.

Kumpel mit Kante: Der Fiat Freemont zeigt, dass er markant eigene Zeichen setzen will.
Kumpel mit Kante: Der Fiat Freemont zeigt, dass er markant eigene Zeichen setzen will.

Kumpel mit Kante: Der Fiat Freemont zeigt, dass er markant eigene Zeichen setzen will.

Viele Einstellungen werden über den Bildschirm vorgenommen.

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Kumpel mit Kante: Der Fiat Freemont zeigt, dass er markant eigene Zeichen setzen will.

Düsseldorf. Es war noch gar nicht so lange her, da nahm ihn in Deutschland kaum jemand wahr. Nur die echten Fans amerikanischer Autos ergötzten sich versonnen an dem kantigen Kerl. Nach dem Aus des USTraditionalisten und der Adoption durch Fiat bekam er mit „Freemont“ nicht nur einen neuen Namen, die Italiener verpassten ihm auch ein frisches Image.

Geblieben ist er der kantige Kerl, aber unter Fiat hat er noch einmal richtig das Laufen gelernt. Das kann er neuerdings als AWD auch auf allen Vieren. Mithin ist der Freemont genau das, was Väter wollen: ein familientauglicher, geräumiger und bequemer Großraumkombi mit solider Geländetauglichkeit.

Damit sich das Ganze in Deutschland und Europa gut verkauft, rollt der AWD ausschließlich mit Dieselmotor an. Der pumpt sich auf üppige 170 PS (125 kW) auf und gibt seine Kraft über eine Sechs-Stufen-Automatik weiter. Die bedient im straßentechnischen Normalzustand die Vorderachse.

Registrieren die Sensoren aber Schlupf, stellt das Allrad-System sofort den Kraftfluss um und versorgt auch anteilig die Hinterräder. Damit mutiert der Freemont zwar nicht zur Gämse, stemmt sich aber beherzt der Schneeglätte und dem matschigen Waldweg entgegen.

Dieselmotor und Automatik- Schaltung sind allerdings schon immer eine Sache für sich. Und so geht es unter der Haube anfangs zu wie in einer schlechten Ehe. Da wird gebrüllt und gefaucht und sich nicht den Deut darum gekümmert, was der andere will. Der Vierzylinder-Selbstzünder wärmt sich recht lärmend auf und hadert spürbar damit, dass ihn die behäbige Automatik anfangs nicht recht zum Zuge kommen lässt.

ANTRIEB: Zwei Dieselmotoren mit 140 PS (103 kW) und 170 PS (125 kW); Allrad nur mit stärkstem Diesel; Verbrauch um acht Liter

 

PREISE: Erhältlich als Freemont, Urban und Lounge von 26 190 bis 34 790 Euro

Lebhaftes Rauf- und Runterschalten sowie das tonvolle Abtasten des fast kompletten Drehzahlbandes nerven ziemlich. Werden beide Aggregate dann warm miteinander, geht es moderat auf die Reise. Dass man einen Zweitonner mit Automatik- Schaltung kaum auf sechs Liter Verbrauch trimmen kann, dürfte nicht überraschen. Und so gehen die etwa acht Liter letztlich in Ordnung. Dieselpartikelfilter, Euro 5 und gemäßigte 194 Gramm CO2 pro Kilometer halten den Freemont ökologisch auf der Höhe der Zeit.

Wer im Freemont reist, ist bequem unterwegs. Das kommode Gestühl – in der „Lounge“ in Leder - ist straff gepolstert, könnte allerdings in Reihe zwei einen Tick mehr Seitenhalt haben. Allerdings bietet der Fond durch die recht ebene Sitzfläche einem fünften Passagier einen nahezu identischen Reisekomfort.

Die dritte Sitzreihe wird nur bei Bedarf hochgeklappt und ist dank der weit öffnenden hinteren Türen auch gut erreichbar. Wird sie genutzt, schrumpft der Laderaum auf verächtliche 167 Liter. Ansonsten sind 758 und 1 461 Liter eine akzeptable Größe. Die dritte Sitzreihe kann übrigens abgewählt werden – nur nicht im AWD.

Der Innenraum hat im Vergleich zu Dodge-Zeiten deutlich an Wertigkeit zugelegt. Das billige Plastik ist verschwunden und attraktiv gefärbtem Kunststoff gewichen. Chromeinfassungen für Instrumente und Stellknöpfe, die dunkelrot-weiße Hinterleuchtung von Display und Zeigern sowie das Mittendisplay – je nach Ausstattung auch mit Garmin-Navigation – machen Spaß. Sind Ledersitze an Bord, sind die natürlich beheizt. Und die Sound- Anlage geht schon mit halber Kraft ganz ordentlich auf die Ohren.

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