Das Gemälde des Künstlers Paul Emsley.
Das Gemälde des Künstlers Paul Emsley.

Das Gemälde des Künstlers Paul Emsley.

Prinz William und Kate mit dem Porträtisten Paul Emsley (l.) in der National Portrait Gallery in London. Foto: John Stillwell

Paul Emsley Npg, Bild 1 von 2

Das Gemälde des Künstlers Paul Emsley.

London (dpa) - Herzogin Kate mit Schatten unter den Augen und vor dunklem Hintergrund - es hat schon vorteilhaftere Bilder von Prinz Williams schöner Ehefrau gegeben. Ausgerechnet ihr erstes offizielles Porträt als Mitglied der königlichen Familie scheidet die Geister.

Auf dem Bild, das der schottische Künstler Paul Emsley in Öl malte, wirkt die 31 Jahre alte Herzogin viel älter - und fast ein wenig aufgedunsen. Prinz William findet seine Angetraute auf der Leinwand dennoch «schön, absolut schön».

Kate gefiel ihr von britischen Kritikern und Öffentlichkeit sehr kontrovers beurteiltes Konterfei ebenso. Als ihr Bild am Freitag in der National Portrait Gallery in London enthüllt wurde, sagte sie: «Es ist ein unglaubliches Bild. Es ist großartig.»

Dieser Ansicht sind längst nicht alle, die das Gemälde am Freitag zu sehen bekamen. Der «Guardian» verglich Kates Premieren-Porträt mit einem Vampir. «Verwaschen, mit schweren Augenlidern und angedeuteten Reißzähnen» sei das Bild, kommentierte die Zeitung in ihrem Kunst-Blog und fragte: «Wie kam es, dass Kate in etwas Unerfreuliches von Twilight verwandelt wurde?» Emsley sei ein viel besserer Künstler, als dieses Werk vermuten lasse.

Auch der Kunstkritiker der «Sunday Times», Waldemar Januszczak, kritisierte, dass Emsley Kate älter gemacht habe: «Ihr Gesicht hat etwas mürrisches», sagte er der BBC. Das Porträt werde der Herzogin einfach nicht gerecht. «Ich hatte große Erwartungen, weil die Herzogin von Cambridge jemand ist, der Kunst mag. Doch um ehrlich zu sein, ich war enttäuscht», fügte er an.

Auf sozialen Netzwerken wie Facebook schlug Maler und Modell ein Schwall von Häme entgegen. «William weiß jetzt, wie seine Frau in 15 Jahren aussehen wird», ätzte der Londoner Stuart Downs. Andere Kommentare reichten von «großartig» bis «schlimm».

Richard Stone hingegen, ein Künstler, der schon fast alle königlichen Familienmitglieder gemalt hat, mochte das Porträt, das ein bisschen wie ein mit Weichzeichner aufgenommenes Foto aussieht. Das Bild habe Kates Wärme und Zugänglichkeit gut eingefangen, sagte er. «Offizielle Porträts sind so oft steif und formell, aber dieses wirkt ungezwungen.»

Emsley, der schon Südafrikas früheren Präsidenten Nelson Mandela malte, erklärte, Kate habe ihn gebeten, sie «natürlich» zu porträtieren. «Ich male nicht viel im Hintergrund. Ich mag große Gesichter, die finde ich stark und zeitgemäß», beschrieb er seine Arbeitsweise der BBC. Nach Angaben des Senders saß die Herzogin von Cambridge im vergangenen Jahr zweimal Modell, zudem arbeitete der Künstler mit Fotos von ihr.

Die Porträts von Mitgliedern des Königshauses waren schon häufig umstritten. So kritisierte zum Beispiel die «Sun» ein Bild der Queen des inzwischen gestorbenen Künstlers Lucian Freud von 2001 als «Travestie» und «nicht sehr schmeichelhaft». Trost für Kate: Die 86 Jahre alte Queen wurde inzwischen 129 Mal offiziell porträtiert, da spielt ein misslungenes Bild nicht mehr die entscheidende Rolle.

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