Die britische Prinzessin Beatrice von York und ihre Schwester Prinzessin Eugenie von York stehen vor Schloss Herrenhausen. Foto: Julian Stratenschulte
Die britische Prinzessin Beatrice von York und ihre Schwester Prinzessin Eugenie von York stehen vor Schloss Herrenhausen. Foto: Julian Stratenschulte

Die britische Prinzessin Beatrice von York und ihre Schwester Prinzessin Eugenie von York stehen vor Schloss Herrenhausen. Foto: Julian Stratenschulte

dpa

Die britische Prinzessin Beatrice von York und ihre Schwester Prinzessin Eugenie von York stehen vor Schloss Herrenhausen. Foto: Julian Stratenschulte

Hannover (dpa) - Hannover hat sein Schloss wieder - 70 Jahre nach der Zerstörung wurde es an den berühmten Barockgärten Herrenhausen wieder aufgebaut. Zur Eröffnung kamen sogar zwei echte Prinzessinnen: Beatrice und Eugenie, die Enkelinnen von Queen Elizabeth.

Vor 200 Jahren saßen die Herrscher aus Hannover gleichzeitig auf dem britischen Thron und lenkten ein Weltreich - doch diese Zeiten sind lange vorbei. Wer in Niedersachsen in Zukunft regiert, entscheidet sich am Sonntag bei der Landtagswahl. Im Wahlkampf-Endspurt konnten sich Ministerpräsident David McAllister (CDU) und sein SPD-Herausforderer Stephan Weil immerhin mit zwei echten Prinzessinnen schmücken: Die Enkelinnen von Queen Elizabeth II., Prinzessin Beatrice (24) und Prinzessin Eugenie (22), waren Ehrengäste bei der Eröffnung des wiederaufgebauten Schlosses in den Herrenhäuser Gärten.

Die jungen Damen lächelten und winkten und der Ministerpräsident konnte seine Begeisterung kaum verbergen, was vielleicht auch daran liegen mag, dass er Sohn eines Schotten ist. «It's a wonderful day for Hannover», sagte er beim Festakt im neuen Schloss an die Adresse der Königlichen Hoheiten.

Die rekonstruierte klassizistische Fassade des Hauses erinnert ein wenig an den Sitz des Bundespräsidenten, Schloss Bellevue. Rund 21 Millionen Euro investierte die Volkswagenstiftung als privater Investor in den Bau. Mit dem Milliardenprojekt Berliner Schloss kann das Projekt aber nicht ernsthaft mithalten, denn innen ist das neue Schloss eher schlicht. Es gibt ein modernes Tagungszentrum mit einem unterirdischen Hörsaal, Wissenschaftler aus aller Welt sollen hier künftig debattieren. Noch stehen Bauschutt-Container unter dem Balkon des Festsaals, die imposante Aussicht auf die kunstvoll angelegte barocke Gartenanlage schmälert das nicht.

Auch Ernst August Erbprinz von Hannover (29) saß bei der Schlosseröffnung in der ersten Reihe. Vor der Zerstörung war das Schloss Herrenhausen noch im Besitz seiner Familie gewesen, nach dem Krieg verkauften die Welfen das Grundstück an die Stadt. Im Gegensatz zu seinem Vater Prinz Ernst August, der unter anderem durch seine Hochzeit mit Caroline von Monaco Schlagzeilen machte, lässt sich der Erbprinz häufig in Hannover blicken.

Der Generalsekretär der Volkswagenstiftung, Wilhelm Krull, hatte vor etwa sechs Jahren die Idee, die Welfenresidenz als Kongresszentrum zu errichten. Dank der Visite der Prinzessinnen ist Herrenhausen jetzt sogar Thema in den internationalen bunten Blättern. «Der Besuch der Prinzessinnen war die Idee des britischen Botschafters», sagte Krull vor der Eröffnung der Nachrichtenagentur dpa.

Der Adelsexperte Rolf Seelmann-Eggebert sagte der dpa: «Der Auftritt der Prinzessinnen in Hannover scheint ein Hinweis zu sein, dass man künftig mehr von ihnen sehen wird.» Bisher hätten die Töchter von Prinz Andrew keine große Rolle in der Repräsentation gespielt.

Bei der Eröffnung lobten die Redner vor allem, dass eine zeitgemäße, sinnvolle Nutzung für die Welfenresidenz im Zentrum des berühmten Barockgartens gefunden wurde. «Hier treffen Geschichte und Zukunft aufeinander», betonte McAllister. Oberbürgermeister Weil wies darauf hin, dass das Schloss die Herrenhäuser Gärten wieder vervollständigt. Die Gärten, die jährlich fast eine halbe Million Besucher zählen, bilden eine international herausragende Plattform, findet Weil: «Sie verbinden Natur, Kultur und Wissenschaft.»

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