Jack Nicholson gehört zu den ganz Großen in Hollywood. Morgen wird er 75 – aufhören will er aber noch lange nicht.

Der amerikanische Schauspieler Jack Nicholson bei der Ankunft zur 78. Oscar-Verleihung in Hollywood im Jahr 2007. Die Sonnenbrille ist zum Markenzeichen von Jack Nicholson geworden.
Der amerikanische Schauspieler Jack Nicholson bei der Ankunft zur 78. Oscar-Verleihung in Hollywood im Jahr 2007. Die Sonnenbrille ist zum Markenzeichen von Jack Nicholson geworden.

Der amerikanische Schauspieler Jack Nicholson bei der Ankunft zur 78. Oscar-Verleihung in Hollywood im Jahr 2007. Die Sonnenbrille ist zum Markenzeichen von Jack Nicholson geworden.

Danny Moloshok

Der amerikanische Schauspieler Jack Nicholson bei der Ankunft zur 78. Oscar-Verleihung in Hollywood im Jahr 2007. Die Sonnenbrille ist zum Markenzeichen von Jack Nicholson geworden.

New York. Wenn Jack Nicholson mit der Familie Geburtstag feiern wollte, dann könnte es kompliziert werden. Von vier Frauen hat er fünf Kinder, die schon selber Nachwuchs haben. Aber Nicholson ist sicher keiner, dem verworrene Familienverhältnisse schlaflose Nächte bereiten.

Schon seine Kindheit begann mit einem Schwindel: Seine Mutter June, bei Jacks Geburt erst 17 Jahre alt und unverheiratet, gab sich stets als seine Schwester aus. Als Mutter sprang Großmutter Ethel ein. Erst 37 Jahre später erfuhr Nicholson die Wahrheit – und reagierte gelassen: „Schwester, Mutter? Setzen Sie einfach einen Bindestrich dazwischen.“ Nicholson, der Sonntag 75 Jahre alt wird, ist sich stets treu geblieben: unverschämt, exzentrisch, dabei charmant und meist diabolisch lächelnd.

Als junger Mann verdiente er sein Geld als Botenjunge

Seine Laufbahn begann da, wo sie oft beginnen, diese großen amerikanischen Karrieren: ganz unten. Als Botenjunge für ein großes Filmstudio verdiente er sich das Geld für den Schauspielunterricht. Seine ersten Rollen: allesamt B-Movies wie „Die Sünde lockt“ oder „Ritt im Wirbelwind“, meist inszeniert von Trash-Regisseur Roger Corman. Eine Zeit, an deren Ende Nicholson die Schauspielerei fast drangegeben hätte. Doch dann kam „Easy Rider“ (1969).

Seine Karriere begann mit dem Film „Easy Rider“

Dieser epochale Film über Freiheit und Abenteuer, über das Lebensgefühl der 60er Jahre. Aber auch ein Film, der polarisierte, der Amerikas Gesellschaft den Spiegel vorhielt. Der Untertitel: „Ein Mann suchte Amerika, doch er konnte es nirgends mehr finden.“ Nicholson mimt darin den alkoholsüchtigen Anwalt George Hanson – und er spielte ihn kraftvoll, unverwechselbar.

Was folgte, war eine große Karriere, Nicholson wurde zum Mega-Star. Bei Amerikas wichtigstem Filmpreis, dem Oscar, gehört er mittlerweile längst zum Inventar. Mit Haifisch-Grinsen und Sonnenbrille wandelt er über den roten Teppich, lässt kein Interview aus – und lacht über sich selbst. „Wenn ich meine Sonnenbrille trage, bin ich Jack Nicholson. Ohne Sonnenbrille bin ich einfach nur ein fetter Mann“, hat er gesagt.

„Älter werden heißt auch besser werden“

Jack Nicholson ist einer der erfolgreichsten Filmstars der Welt. Zwölfmal war er für einen Oscar nominiert, dreimal gewann er die begehrte Trophäe.

 

„Easy Rider“ (1969), Regisseur Dennis Hopper
„Chinatown“ (1974), Regisseur Roman Polansk
„Einer flog über das Kuckucksnest“ (1975), Regisseur Milos Forman, Oscar als bester Hauptdarsteller
„Shining“ (1980), Regisseur Stanley Kubrick
„Besser geht’s nicht“ (1997), Regisseur James L. Brooks, Oscar als bester Hauptdarsteller
„About Schmidt“ (2002), Regisseur Alexander Payne

Bis heute war Nicholson zwölfmal für den Oscar nominiert, öfter als jeder andere männliche Darsteller. Dreimal hat er ihn gewonnen. Viele seiner Filme avancierten zu Klassikern. Unvergessen, wie er in „Einer flog über das Kuckucksnest“ (1975) den Rebell Mac Murphy spielt.

Nicholson hat wenig ausgelassen in seinem Leben. „Älter werden heißt auch besser werden“ hat er mal gesagt. 75 Jahre wird er jetzt – aufs Abstellgleis schicken lässt er sich noch lange nicht. Dafür ist Jack Nicholson viel zu sehr Jack Nicholson.

Leserkommentare (1)


() Registrierte Nutzer