Ryan Gosling - Hollywoods Zweitschönster

Die Karriere von Ryan Gosling (31) begann im Kinderfernsehen — heute macht er George Clooney Konkurrenz.

München. Das Filmplakat zum neuen Film „The Ides of March — Tage des Verrats“ ist durchaus bezeichnend: Schauspieler Ryan Gosling hält sich darauf das „Time“-Magazin mit dem Konterfei seines Kollegen George Clooney vors Gesicht. Beide Gesichter scheinen miteinander zu verschmelzen.

Natürlich geht es auf dem Plakat um ihre Rollen — Clooney spielt einen aufstrebenden Politiker, Gosling seinen Pressesprecher —, doch auch im wahren Leben passt dieses Bild. Denn Gosling hat sich längst an die Fersen seines älteren Kollegen geheftet. Der 31-jährige Kanadier gilt als nächster George Clooney.

„Er ist für mich ein Mysterium“, sagte Gosling in einem Interview über Clooney. „Er ist der Star.“ Doch diesen Rang könnte Gosling ihm in nicht allzu langer Zeit ablaufen. Und das liegt nicht nur daran, dass er so gut aussieht wie sein fast 20 Jahre älterer Kollege. Er hat auch Talent, wie er in Clooneys neuem Politdrama beweist. Er spielt den aufstrebenden Politstrategen authentisch, mit Facettenreichtum und unglaublicher Präsenz.

Dafür gab es eine Golden Globe-Nominierung. In der Kategorie „Bester Hauptdarsteller — Drama“ tritt er 2012 übrigens im direkten Vergleich gegen Clooney an, der für seine Rolle in „The Descendants“ nominiert ist. Auch Leonardo Di Caprio und Brad Pitt sind in der Sparte nominiert. Sollte Gosling bei dieser Konkurrenz leer ausgehen, kann er aber immer noch in der Kategorie „Bester Hauptdarsteller — Komödie/Musical“ punkten. Auch da ist er nominiert — für seine Rolle in „Crazy, Stupid, Love“.

Dabei war dieser Erfolg zu Beginn von Goslings Karriere nicht unbedingt absehbar. Die startete er nämlich an der Seite von Britney Spears, Christina Aguilera und Justin Timberlake im fast schon legendären Mickey Mouse-Club, der zwar als Garant für frühen Erfolg, aber nicht unbedingt als Wiege künstlerischen Anspruchs gilt.

Es folgten, fast üblich für Club-Kinderstars, einige Auftritte in Fernsehserien und schließlich, unüblich für Club-Kinderstars, im Jahr 2001 der Film „Inside a Skinhead“, in dem Gosling einen jüdischen Neonazi spielt. Es gab herausragende Kritiken für ihn, und der Film gewann den Großen Preis der Jury beim Sundance Festival.

Seinen Durchbruch schaffte Gosling aber einige Jahre später mit dem Film „Half Nelson“, der ihm als Lehrer mit einem Drogenproblem 2007 eine Oscar-Nominierung einbrachte. Es folgten weitere richtige Entscheidungen und Erfolge mit der Komödie „Lars und die Frauen“ und dem Beziehungsdrama „Blue Valentine“. Für die Hauptrolle in beiden Filmen wurde Gosling 2008 und 2011 für den kleinen Bruder des Oscars, den Golden Globe, nominiert.

„Er ist einer der besten seiner Generation“, sagte Clooney bei der Filmpremiere in L.A. in einem Fernseh-Interview. Und eine wahrscheinlich nicht ganz ernst gemeinte Erklärung dafür hatte er auch gleich parat: „Es ist größtenteils seine Art, sich zu kleiden und sein Haar. Das ist es, was Schauspieler groß macht: wie sie sich anziehen und ihr Haar.“

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