2025 machen Schaufenster dem Betrachter individuelle Kaufvorschläge. Datenbrillen führen durch die Stadt.

Mit der Wikitude-App für Smartphones werden zusätzliche Informationen und Erklärungen zur Umgebung eingeblendet. Die Daten werden mit dem Standort und Wikipedia verknüpft.
Mit der Wikitude-App für Smartphones werden zusätzliche Informationen und Erklärungen zur Umgebung eingeblendet. Die Daten werden mit dem Standort und Wikipedia verknüpft.

Mit der Wikitude-App für Smartphones werden zusätzliche Informationen und Erklärungen zur Umgebung eingeblendet. Die Daten werden mit dem Standort und Wikipedia verknüpft.

Heiko Mülleneisen, Bild 1 von 2

Mit der Wikitude-App für Smartphones werden zusätzliche Informationen und Erklärungen zur Umgebung eingeblendet. Die Daten werden mit dem Standort und Wikipedia verknüpft.

Düsseldorf. Morgens im Bad ist der Spiegel auch Bildschirm: Die aktuellen Schlagzeilen und Nachrichten, das Wetter sowie die Verkehrslage werden angezeigt. Im Auto dienen die Scheiben ebenfalls als Display. Es werden zusätzliche Informationen der Umgebung eingeblendet: zulässige Geschwindigkeit, mögliche Gefahren oder Staus und Baustellen.

An der Bushaltestelle zeigt der Wetterschutz aus Glas den individuell schnellsten Weg zu den beliebtesten Zielen an und ruft auf Wunsch gleich ein Taxi herbei. Alternativ werden die abgestellten Leih-Segways in der Nähe visualisiert. Auf dem Weg durch die Stadt machen die Schaufenster personalisierte Kaufvorschläge und informieren, was es noch alles im Laden zu entdecken gibt.

Und beim Streifzug durch die Stadt zeigt die Datenbrille weitere Informationen der Umgebung an: Sehenswürdigkeiten oder welche Freunde sich in der Nähe aufhalten. Dazu werden weitere Schlagzeilen und Nachrichten eingeblendet.

Digitale Welt wird mit der analogen kombiniert

Im Prinzip gibt es das bereits und wird mit den Schlagwörtern „augmented reality“, also angereicherte Wirklichkeit, bezeichnet. Die digitale Welt verschmilzt mit der realen.

Schon heute wird die Technik bei Fußballspielen eingesetzt, wenn beispielsweise die Abseitsregel erklärt wird – und plötzlich ein reales Fußballspiel mit den eingeblendeten Linien einer Animation einem Computerspiel ähnelt.

2025 haben mehr als 75 Prozent eine Art Tabletcomputer

Das ist ein Kunstwort aus Web und Logbuch, also eine Art digitales Tagebuch. Es gibt auch sogenannten Microblogs (zum Beispiel tumblr.com), in denen die Einträge sehr kurz sind.

Das sind die Kurznachrichten, die über den Dienst twitter.com verschickt werden; im Prinzip ein Microblog. Die Meldungen dürfen nicht länger als 140 Zeichen sein.Die Tweets von der WZ finden Sie unter twitter.com/wznewsline.

Auch von Internetseiten kann man Nachrichten, Meldungen und Aktualisierungen abonnieren. Diese nennt man daher auch Newsfeed. Die verschiedenen Feeds der WZ können Sie hier abonnieren.

So bezeichnet man u. a. die Meldungen, die in sozialen Netzwerken wie Twitter oder Facebook verschickt werden.

Apps wie Wikitude reichern bereits heute auf einem Smartphone die Umgebung mit Informationen an. Bis 2025 werden laut einer Zukunftsstudie unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie mehr als 75 Prozent der Bevölkerung in Deutschland ein multimediales Gerät haben.

„Smartphone oder Tabletcomputer werden dann so selbstverständlich sein wie einst Telefon oder Fernseher. Vor eineinhalb Jahren hat mir beispielsweise in Berlin eine App aufgrund meines Aufenthaltsortes Kaufangebote in der Nähe automatisch unterbreitet“, sagt auch Medienprofessor Joachim Blum.

Neben der massenhaften Verbreitung und Weiterentwicklung solcher Geräte werden laut dem Düsseldorfer Wissenschaftler zwei Faktoren die Informationsbeschaffung beeinflussen: Personalisierung und Mobilität. „Der Nutzer abonniert Dienste nach seinen Interessen. Vieles läuft automatisiert ab.

Es gibt intelligente elektronische Assistenten, die mitdenken und die Informationen filtern.“ Das Smartphone „weiß“ dann, dass jemand DEG-Fan ist und bucht automatisch für ein Meisterschaftsspiel eine Logenkarte.

Professor Stefan Heijnk sieht das ähnlich: „Der mobile Zugriff auf beliebige Inhalte an allen Orten und jederzeit ist künftig für jeden selbstverständlich. Sofern man das will und zulässt, werden Informationen mit dem aktuellen Standort, persönlichen Bezügen und Interessen verknüpft.“

Wichtige Aufgabe für Zeitungsverlage

Die vielen Schlagzeilen, Kurznachrichten und die zahlreichen neuen digitalen Informationskanäle wie Blogs, Tweets, Feeds und Posts (siehe Kasten) sind schon heute für manchen Nutzer viel zu viele Informationen und zu unübersichtlich.

„Die Informationen zu werten, ist eine wichtige Aufgaben der Zeitungsverlage, die sich heute schon eher als Medienhäuser sehen“, sagt Blum. Und Heijnk ergänzt: „Für eine Demokratie ist eine unabhängige, glaubwürdige Instanz, die Öffentlichkeit herstellt, unabdingbar.“

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