Europa nach dem Lustprinzip und Konflikte um Ressourcen – 2025 hat sich das Gesicht der Welt verändert.

Dieser junge Mann präsentiert sich auf einer Demonstration als Europa-Fan. Ob die Zukunft des Staatenbundes aber so frisch und jugendlich ist, wie er hoffen lässt, muss sich erst noch zeigen.
Dieser junge Mann präsentiert sich auf einer Demonstration als Europa-Fan. Ob die Zukunft des Staatenbundes aber so frisch und jugendlich ist, wie er hoffen lässt, muss sich erst noch zeigen.

Dieser junge Mann präsentiert sich auf einer Demonstration als Europa-Fan. Ob die Zukunft des Staatenbundes aber so frisch und jugendlich ist, wie er hoffen lässt, muss sich erst noch zeigen.

Bestehender Ressourcenkonflikt: Russland setzt Flagge am Nordpol, um sich das dortige Öl zu sichern – zum Ärger von Skandinavien und Kanada.

dpa, Bild 1 von 3

Dieser junge Mann präsentiert sich auf einer Demonstration als Europa-Fan. Ob die Zukunft des Staatenbundes aber so frisch und jugendlich ist, wie er hoffen lässt, muss sich erst noch zeigen.

Düsseldorf. Wie werden wir 2025 regiert? Gibt es dann die Vereinigten Staaten von Europa? Und welche Länder haben die Macht? Thesen zur Zukunft von Deutschland, Europa und der Welt.

Deutschland: Politik nach Themenlage

Das Bröckeln etablierter Parteien, sinkende Wahlbeteiligung, zunehmende Bürgerproteste – wie wird sich Demokratie angesichts dieser Tendenzen entwickeln? „Die Auseinandersetzungen zwischen Aktivisten und etabliertem Politikbetrieb werden heftiger. Es wird sich einiges auf der Straße abspielen“, sagt der renommierte Politikberater und Wissenschaftler Jürgen Turek aus München.

Die Folge: Die Parteien werden flexibler, weil die Menschen nicht mehr nach Ideologie, sondern nach Themenlage wählen. „Früher war klar, wofür die Parteien stehen. In Zukunft wird es interessante Bündnisse geben. Je nach Thema könnte es auch passieren, dass sich mal die CSU mit den Grünen und Umweltverbänden zusammenschließt.“

Die größten Herausforderungen für die deutsche Politik in naher Zukunft sind laut Turek: „Globalisierung, sozialer Wandel, Demografie.“

Europa: Weder Untergang noch starke Weltmacht

Europa steht am Scheideweg: Kritiker fürchten, dass die Schulden-Krise zu einem Zerfall der Europäischen Union führt. Befürworter hoffen, dass sie endlich die Gründung einer übergeordneten EU-Regierung forciert.

Hopp oder Top? Der Politikwissenschaftler Roman Maruhn hat für das Centrum für Angewandte Politikforschung zur Zukunft Europas geforscht. Er sagt: „Eine Verstaatlichung der EU nach dem Vorbild der Vereinigten Staaten von Amerika kann man zurzeit ausschließen.“

Die These: Auch in 13 Jahren wird es keine europäische Regierung geben. Stattdessen entwickelt sich ein „Europa a la carte“: Die Länder suchen sich aus, an welchen Kooperationen sie sich beteiligen, und bilden immer wieder kleinere Koalitionen.

„Das alles findet ohne Zwang statt.“

Roman Maruhn, Centrum für Angewandte Politikforschung

„Wer daran interessiert ist, hat eine gemeinsame Währung. Andere vergemeinschaften ihre Verteidigungspolitik. Aber das alles findet ohne Zwang statt“, sagt Maruhn. Die Schulden-Krise habe gezeigt, dass es unrealistisch sei, alle Staaten auf ein Niveau zu bringen.

Das heißt auch: Die Krise endet nicht in einer finalen Rettung. Die Euroländer werden eher lernen, damit zu leben, dass manche Länder am finanziellen Abgrund stehen.

Die Weltgemeinschaft: Wer Öl hat, hat die Macht

Chinas Handelsembargo für Seltene Erden, der Kampf um die Öl-Infrastruktur in Libyen, Streit um die Arktis-Rohstoffe – Konkurrenz um knappe Ressourcen ist laut Heidelberger Institut für internationale Konfliktforschung schon jetzt der zweithäufigste Grund für Auseinandersetzungen.

„Länder ohne eigene Rohstoffe werden es schwer haben.“

Gitta Lauster, Stiftung Wissenschaft und Politik

Drohen Kriege um Öl und Gas? „Nicht unbedingt, aber es wird wirtschaftliche und diplomatische Konflikte geben“, sagt Gitta Lauster, die bei der Stiftung Wissenschaft und Politik zum Thema Ressourcenkonflikte forscht.

Sie sagt: „Länder ohne eigene Rohstoffe werden es schwer haben, klassische Industrieländer wie Deutschland und Frankreich verlieren an Macht.“

Länder mit besonders seltenen Bodenschätzen werden diese als Druckmittel einsetzen. China hält schon jetzt viele seiner Rohstoffe unter Verschluss. EU und USA klagten dagegen zwar erfolgreich vor der Welthandelsorganisation (WTO). Experten gehen aber davon aus, dass es in Zukunft noch häufiger Aufgabe von internationalen Organisationen sein wird, Staaten notfalls zu zwingen, ihre Bodenschätze zu teilen.

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