Obwohl es Fiktion ist – viele Zukunftsszenarien der Literatur haben sich heute schon bewahrheitet.

Über eine Reise "Von der Erde bis zum Mond" schrieb Jules Verne schon 100 Jahre vor der ersten Mondlandung.
Über eine Reise "Von der Erde bis zum Mond" schrieb Jules Verne schon 100 Jahre vor der ersten Mondlandung.

Über eine Reise "Von der Erde bis zum Mond" schrieb Jules Verne schon 100 Jahre vor der ersten Mondlandung.

Daniel Karmann

Über eine Reise "Von der Erde bis zum Mond" schrieb Jules Verne schon 100 Jahre vor der ersten Mondlandung.

Düsseldorf. Der Blick in die Zukunft hat die Menschheit schon immer beschäftigt – wie wird es uns in zehn oder 20 oder 100 Jahren gehen? In welcher Welt werden wir oder werden unsere Kinder leben? Werden wir möglicherweise den Mond oder gar den Mars besiedeln, werden wir uns vielleicht wie bei Raumschiff Enterprise über das Universum ausbreiten?

Man weiß es nicht. Bleiben wir daher zunächst mal in unserem Jahr 2012 – und betrachten es aus der Sicht derjenigen, die vor gut 100 oder 50 Jahren einen wissenschaftlich begründeten Blick in die Zukunft warfen – so, wie wir es in unserer Serie „Unser Leben 2025“ getan haben.

Jules Verne schrieb schon damals von U-Booten und Mondfahrten

Jules Verne (8.2.1828 – 24.3.1905) gilt als einer der Begründer der Science-Fiction-Literatur. Bekannt wurde er vor allem durch seine Romane „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ (1864), „20 000 Meilen unter dem Meer“ (1870) und „Reise um die Erde in 80 Tagen“. Nicht ganz so bekannt ist sein 1865 veröffentlichtes Werk „Von der Erde zum Mond“, das die Mondfahrt um etwa 100 Jahre vorwegnimmt.

Was den Weg zum glutflüssigen Mittelpunkt der Erde anbetrifft, irrte Verne. Doch in vielem Anderem behielt er Recht: Moderne U-Boote mit Atomantrieb sind nicht erst seit heute in der Lage, 20 000 Meilen unter dem Meer zurückzulegen. Und die Tauchanzüge für die Besatzung „erfand“ Verne 1870 gleich mit – obwohl Atemregler (Lungenautomaten) fürs Tauchen tatsächlich erst in den 1940er Jahren entwickelt wurden – übrigens auf Anregung von Vernes Landsmann Jaques Cousteau. Und eine Reise rund um den Globus – wie Weiland Phileas Fogg – würde heute dank internationaler Fluglinien auch Otto Normalverbraucher problemlos in weniger als sieben Tagen schaffen.

Verne hat auch viele Einzelheiten der ersten echten Mondfahrt (Apollo 11 am 21. Juli 1969) vorausgesagt – auch, wenn die Mondfahrer für ihr Schiff „Columbiade“ eine riesige Kanone als Antrieb verwendeten: Vernes Astronauten starten wie die Saturn-V-Raketen der Nasa in Florida, erneuern den Sauerstoff im Projektil durch Erhitzen von Kaliumchlorat und benutzen Bremsraketen zur Flugbahnänderung.

Hans Dominiks „Flugboote“ sind heutige Wasserflugzeuge

Von der Erde zum Mond: Direktflug in 97 Stunden 20 Minuten. (Neu übersetzt 2008)
ISBN 978-3-423-13643-3.

Bartholomäus Figatowski: Am Puls der Menschheit. Ein Streifzug durch Robert A. Heinleins Future History. In: Das Science Fiction Jahr 2011, Heyne Verlag München
ISBN 978-3-453-53379-0

Hans Dominik (15.11.1872 – 9.12.1945) gilt als einer der bedeutendsten Pioniere der Zukunftsliteratur in Deutschland, wenngleich auch als einer der umstrittensten. Denn seine Romane in den 1920er bis 1940er Jahren waren vom damaligen Zeitgeist in Deutschland geprägt. Im Mittelpunkt seiner Bücher stehen meist deutsche Ingenieure oder Wissenschaftler, die ihre bahnbrechenden Erfindungen gegen feindliche Nationen verteidigen müssen – und deren Erfindungen durchaus Entsprechungen im Heute haben.

So geht es etwa bei „Das Erbe der Uraniden“ (1943) um den Missbrauch der Kernenergie zu kriegerischen Zwecken, bei „Der Wettflug der Nationen“ (1940) um „Flugboote“, die mittlerweile seit langen Jahren als Wasserflugzeuge bekannt sind, und bei „König Laurins Mantel“ (1943) um eine Tarnvorrichtung, die durch Strahlen-Umlenkung funktioniert. Die technischen Grundlagen und erste erfolgreiche Versuche dafür wurden im vergangenen Jahr durch US-Forscher als wissenschaftliche Sensation veröffentlich.

Robert A. Heinlein erfand Worte, die heutzutage ganz normal sind

Robert A. Heinlein (7.7.1907 – 8.5.1988) ist einer der bekanntesten amerikanischen Science-Fiction-Autoren. Von seinen zahlreichen Werken dürfte in Deutschland das (Jugend-)Buch „Der Rote Planet“ (1952) über die Besiedelung des Mars’ eines der bekanntesten sein. Verfilmt wurden seine Ideen über das Ausbreiten der Menschheit im Universum und daraus folgende Kriege mit extraterrestrischen Wesen (1959) als „Starship Troopers“ von Paul Verhoeven (1997). Gleichsam nebenbei „erfand“ Heinlein neue Worte, die sich heute in der Wissenschaft als feste Begriffe durchgesetzt haben, beispielsweise „Waldo“ als Bezeichnung für Roboter-Greifarme.

In der Literatur gilt jedoch als wesentlich wichtiger sein „Future-History-Zyclus“ ab den 1950er Jahren. In diesen aufeinander basierenden Kurzgeschichten, Kurzromanen und Erzählungen beschreibt Heinlein seine Sicht der Entwicklung der Menschheit bis ins 23. Jahrhundert.

So ganz falsch lag er dabei wohl nicht: Immerhin sagte er bereits damals voraus, dass im Jahr 2012 die Wahl eines evangelikalen Predigers zum Präsidenten der USA und die Errichtung einer Theokratie erfolgen würde. Und einer der aktuellen republikanischen Präsidentschaftsbewerber, der streng religiöse Rick Santorum, ist ja derzeit zumindest nahe dran. . .

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