Öl geht langsam zur Neige. Die Wasserkrise kann nur global gelöst werden.

Die Versorgung mit Öl gilt nur noch für zwei Jahrzehnte als gesichert...
Die Versorgung mit Öl gilt nur noch für zwei Jahrzehnte als gesichert...

Die Versorgung mit Öl gilt nur noch für zwei Jahrzehnte als gesichert...

...der Wassermangel wird größer.

dpa, Bild 1 von 2

Die Versorgung mit Öl gilt nur noch für zwei Jahrzehnte als gesichert...

Düsseldorf. Das Öl ist heute das Blut der Weltwirtschaft. Ohne Öl würden große Teile der Industrie und der gesamte Verkehr weltweit zusammenbrechen. Öl wird auch im Jahr 2025 noch eine zentrale Rolle spielen, aber die Abhängigkeit von dem Energieträger Nummer eins muss sinken, denn er geht zur Neige.

„Das globale Ölfördermaximum ist schon erreicht“

Die gute Nachricht: „Eine stabile Ölversorgung ist für zirka zwei Jahrzehnte noch gesichert“, sagt Hans-Georg Babies, Erdölexperte der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR).

Die schlechte: „Das globale Ölfördermaximum, der sogenannte Peak oil, ist bei den leicht förderbaren Quellen schon erreicht“, warnt Hans-Jochen Luhmann vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie. „Wir müssen weg vom Öl. Und die Umstellung muss jetzt beginnen.“

Auch die Energiestudien der BGR zeigen, dass sich die Rohölförderung nicht mehr ausweiten lässt. Zwar ließe sich nach Einschätzung der Bundesanstalt die Förderung noch bis ungefähr 2035 auf dem heutigen Niveau halten, dann aber wird ein starker Rückgang prognostiziert.

Rechnet man andere Erzeugungsmöglichkeiten wie die Gewinnung aus Ölsanden hinzu, geht die BGR davon aus, dass sich die Produktion noch 20 Jahre lang ausweiten lässt.

Ob dieser Anstieg allerdings die erwartete wachsende Nachfrage aus China und anderen Schwellenländern auffangen kann, ist höchst ungewiss. Schon von 2002 bis heute hat sich der Ölpreis verfünf- bis versechsfacht – wo er 2025 stehen wird, kann niemand seriös voraussagen.

Die Wasserkrise wird eine neue Dimension erreichen

Auch deshalb muss der Umstieg auf das Elektroauto möglichst bald gelingen. Denn Strom lässt sich zunehmend aus erneuerbaren Quellen gewinnen.

Es spricht jedoch viel dafür, dass nicht die Ölknappheit das größte Ressourcenproblem der Zukunft ist, sondern die Wasserknappheit. „In den nächsten 15 Jahren wird diese Krise eine neue Dimension erreichen“, befürchtet Wolfram Mauser, Professor für Geografie und geografische Fernerkundung an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Das Problem sei eigentlich nicht der Mangel, sondern die Verschwendung von Süßwasser.

Vor allem in der Landwirtschaft in vielen trockenen Gebieten der Welt würden Unmengen bei der Bewässerung der Felder verschwendet, weil das Wasser nicht effizient genutzt werde. „In China geht das so weit, dass der Gelbe Fluss – der achtgrößte Fluss der Welt – zeitweise das Meer nicht mehr erreicht.“

Wassermangel führt zu steigenden Lebensmittelpreisen

Steigende Lebensmittelpreise und Hunger seien die ersten Folgen von Wassermangel. Bis 2025 drohen sich diese Krisen zu verstärken: Erstens soll die Weltbevölkerung bis dahin noch einmal um eine Milliarde auf acht Milliarden Menschen wachsen und zweitens verstärkt der Klimawandel die Trockenheit in vielen Regionen.

Der Norden ernährt die Welt, der Süden versorgt sie mit Energie

Die Lösung sieht Mauser in einer globalen Arbeitsteilung: „Die Ernährung für alle muss in den Regionen sichergestellt werden, in denen es auch künftig noch genug Regen gibt: in unseren Breiten und nördlich davon. Im Gegenzug könnte die Energieversorgung für alle dort geleistet werden, wo es Sonne im Überfluss gibt.“

Und wenn eine solche friedliche Lösung nicht gelingt? Dann fürchtet Mauser massive Krisen. „Ich würde auch nicht ausschließen, dass dann Kriege um Wasser geführt werden könnten.“

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