Im jüngsten Thriller des Dänen Jussi Adler-Olsen ringen die USA um Demokratie.

Jussi Adler-Olsen ließ sich vom 11. September inspirieren.
Jussi Adler-Olsen ließ sich vom 11. September inspirieren.

Jussi Adler-Olsen ließ sich vom 11. September inspirieren.

dpa

Jussi Adler-Olsen ließ sich vom 11. September inspirieren.

Düsseldorf. USA statt Dänemark, ein spannender Polit-Thriller statt solider Ermittlungsarbeit: In seinem neuen Buch lockt Krimi-Autor Jussi Adler-Olsen die Leser in völlig neue Gefilde. Fernab seiner Krimireihe rund um Kommissar Carl Morck und das Sonderdezernat Q. Diesmal stellt er nichts weniger als die Weltmacht USA an einen Abgrund.

Bruce Jansen feiert seine gewonnene Präsidentschaftswahl, , bei der Gala wird seine Frau erschossen. Auch sein ungeborener Sohn stirbt. Ein besonders traumatisches Erlebnis für den US-Präsidenten, denn einige Jahre zuvor hat er das schon mal erlebt. Nun wird Jansen vom Demokratie-Verfechter zum Tyrannen.

Der Präsident will ein gewaltfreies Amerika – auf Biegen und Brechen

Ein gewaltfreies Amerika schwebt dem Präsidenten vor. Und das will er auf Biegen und Brechen durchsetzen – notfalls mit Gewalt. Mit seinem „Washington-Dekret“ schiebt er eine umfangreiche Gesetzesänderung an, die die Zensur der Medien fördert und die Bürgerrechte drastisch einschränkt. Schnell steht das demokratische System auf der Kippe. Seine Gegenspielerin ist Doggie Rogers. Sie war Mitarbeiterin in seinem Stab und ist die Tochter des vermeintlichen Attentat-Anstifters. Sie will für ihren Vater kämpfen, der beteuert, unschuldig zum Tode verurteilt worden zu sein.

Jussi Adler-Olsen sagt in einem Interview, er habe sich durch den 11. September und die darauf folgende Beschneidung der Bürgerrechte durch die US-Regierung zu seinem jüngsten Buch inspirieren lassen. Legt er hier also ein realitätsnahes Schreckensszenario auf?

Nein, wo Thriller draufsteht, ist auch Thriller drin – nervenzerreißende Fiktion, die der Däne so gut beherrscht. Zu viele Zufälle und Unwahrscheinlichkeiten, um wahr werden zu können, lauern auf den mehr als 600 Seiten. Und das ist auch gut so.

Jussi Adler-Olsen, „Das Washington-Dekret“, dtv, 656 Seiten, 19,90 Euro.

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