Die TV-Satiriker Oliver Welke und Dietmar Wischmeyer nehmen sich in einem gemeinsamen Buch 77 Prominente zur Brust.

Dietmar Wischmeyer und Oliver Welke präsentieren in ihrem Buch 77 der „größten deutschen Helden“
Dietmar Wischmeyer und Oliver Welke präsentieren in ihrem Buch 77 der „größten deutschen Helden“

Dietmar Wischmeyer und Oliver Welke präsentieren in ihrem Buch 77 der „größten deutschen Helden“

dpa

Dietmar Wischmeyer und Oliver Welke präsentieren in ihrem Buch 77 der „größten deutschen Helden“

Berlin. Oliver Welke (46) und Dietmar Wischmeyer (56) haben ein Buch geschrieben: „Frank Bsirske macht Urlaub auf Krk“. Mit dem Verdi-Vorsitzenden Bsirske hat es nur am Rande zu tun, mit der Insel Krk noch weniger. Stattdessen präsentieren sie 77 der „größten deutschen Helden“ von Dieter Bohlen bis Kurt Beck – hübsch gemein, wie es Welke und Wischmeyer auch in der ZDF-„Heute-Show“ halten.

Herr Welke, wie ist diese Helden-Liste zustande gekommen?

Welke: Wir sind da sehr praktisch rangegangen. Weil wir in Niedersachsen und Bonn wohnen, haben wir uns für die Auswahl auf halber Strecke in Bielefeld getroffen und uns einen Nachmittag hingesetzt. Jeder hat seine Namen mitgebracht, und irgendwann sind diese 77 übriggeblieben. Das reicht. Ehrlich gesagt, man hätte auch mit 50 auskommen können.

Herr Wischmeyer, haben Sie einen Lieblingshelden?

Wischmeyer: Für mich ist Klaus Wowereit einer der Allergrößten, der ist einfach immer aktuell. Aber vorgestern war das Dirk Niebel, über den hätte ich zehn Seiten schreiben können.

Fundstücke: An Politikern stellen die Autoren Welke und Wischmeyer „die intellektuelle Schärfe eines Leibnizkekses“ fest und werden ansonsten gern persönlich. Til Schweiger („Keinohrtatort“) bekommt sein Fett weg, Ex-Fußballer Lothar Matthäus natürlich auch („Mein Leben als Kühlschrank“). Die Autorin Charlotte Roche wird gebührend gewürdigt („Untenrum geht immer“) und am SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück kommen sie auch nicht vorbei: „Angela Merkel als Mann und mit Sprechen“.
buch Oliver Welke, Dietmar Wischmeyer: „Frank Bsirske macht Urlaub auf Krk. Deutsche Helden privat“; Rowohlt, 317 S. 16,95 Euro.

Haben Sie die Texte einzeln geschrieben oder im Duo?

Welke: Nein, nichts im Duett, aber wir haben uns gegenseitig redigiert und umgeschrieben.

Welche Texte haben am meisten Spaß gemacht?

Wischmeyer: Das Autorenporträt von Olli Welke am Schluss des Buches, da hätte ich viele Seiten mehr schreiben können. Von den übrigen Porträts hat das über Andrea Nahles am meisten Spaß gemacht – sich vorzustellen, ihr Traum sei, Fleischfachverkäuferin in Rheinland-Pfalz zu sein. Und dann auch das über die Guttenbergs in Masar-i-Scharif.

Welke: Wobei man bei diesen Porträts immer von der Realität überholt wird. Ich muss schon sagen, dass es sehr unprofessionell von Herrn Wulff ist, sich Tage vor Erscheinen unseres Buches zu trennen. Das hätte man schöner handhaben können. Man hinkt der aktuellen Entwicklung eben immer hinterher. Deswegen haben wir Rösler gar nicht mit reingenommen.

Befürchten Sie nicht, dass die Porträtierten ihren Anwalt anrufen?

Wischmeyer: Das wäre zu schön, um wahr zu sein. Aber es hat eine ganze Kamarilla von Rowohlt-Juristen drübergeguckt. Welke: Wenn’s einer versucht, soll’s unser Schaden nicht sein. Vielleicht sollten wir selbst gegen uns klagen.

Ist schon ein weiterer Heldenband geplant oder war’s das?

Wischmeyer: Wir könnten natürlich eine 53-bändige Gesamtausgabe machen oder den jährlichen Almanach der deutschen Helden.

Und woher kommt dieser abwegige Titel?

Welke: Stimmt, so richtig viele Fans hatte der Titel nicht. Manche hatten Angst, dass man glaubt, es sei ein Buch über Frank Bsirske. Aber wir mochten den Klang einfach. Einer der „heute-Show“-Autoren hatte das in die Runde geworfen. Und wir fanden es so bescheuert, wir haben uns spontan darin verliebt.

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