Die 5. Jahreszeit steht kurz bevor! Nur noch wenige Wochen, bis Kölns Innenstadt wieder aus allen Nähten zu platzen scheint, denn dann ist Weiberfastnacht und somit Beginn des Straßenkarnevals. Pünktlich um 11:11 nehmen die überwiegend jungen Jecken vor allem die Kneipen um den Zülpicher Platz in Beschlag.

Wer kann, versucht sich schon früh morgens einen Platz in einem der beliebten Brauhäuser in der Kölner Altstadt zu sichern. Möglichst vor Einlassstopp und bevor sich unzählige Karnevalisten – nicht immer in einer Schlange – vor den Eingang drängen.

Obwohl bereits während der Session über 500 Sitzungen und Bälle stattfinden, bildet der Rosenmontagszug den absoluten Höhepunkt des kölschen Karneval – da sind sich sowohl Klein als auch Groß einig. Zusammen mit den Touristen, die extra für dieses Spektakel nach Köln anreisen, lassen sich ungefähr 1,3 Millionen Menschen am Straßenrand zählen.

Wer die Kamelle lieber gemütlich von einer der Tribünen fangen will, statt sich stundenlang die Füße platt zu stehen, muss zwischen 44,00 Euro und 74,50 Euro hinblättern. Vor allem für Karnevalisten mit jungen Kindern wäre dies aber wahrscheinlich eine lobenswerte Idee, denn auch beim Rosenmontagszug gilt: wer zu spät kommt, hat meist nur noch die Kostüme und Kopfbedeckungen anderer Jecken im Blickfeld statt der 10.500 Teilnehmer des Zuges. Und für alle die noch auf der Suche nach dem passenden Fashings-Kostüm sind gibt es neben dem Disneystore noch zahlreiche weitere Online-Shops in denen man stöbern kann.

Neben dem Rosenmontagszug gibt es selbstverständlich noch etliche kleinere Veedelszüge. Einen etwas anderen Umzug stellt der Geisterzug dar. Ein alternativer Karnevalsumzug, der schon 1860 stattfand, im ersten Weltkrieg allerdings verboten wurde. Als wegen des 2. Golfkriegs der Kölner Rosenmontagszug 1991 ausfallen musste, wurde aus Protest eine Anti-Golfkriegs-Demonstration ins Leben gerufen, der Geisterzug. Seitdem laufen jedes Jahr mehrere Zehntausend dunkle Gestalten und Geister durch Kölns Straßen.

Nach dem Vorfall der Loveparade in Düsseldorf 2010 und den größeren Sicherheitsvorkehrungen, die getroffen werden müssen, sind die Kosten für viele solcher Veranstaltungen ins unermessliche gestiegen. So auch für den Geisterzug, der dieses Jahr leider ausfallen muss. Die Veranstalter haben leider keine Möglichkeit gefunden, den Zug kostengünstiger über eine andere Route zu führen. Nächstes Jahr soll der beliebte alternative Karnevalsumzug aber wieder wie gewohnt stattfinden – wenn alles klappt.

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