Die Jugend des Autors dient als Stoff für ein Bühnenstück.

Bielefeld. Der Autor Tom Peuckert hat die Texte des großen deutschen Chronisten Walter Kempowski (1929-2007) in eine Bühnenfassung gebracht, die jetzt im Theater Bielefeld Uraufführung feierte. „Walter – Eine Geschichte für sich“ umspannt die Zeit von 1939 bis 1956, erzählt von der Kindheit in Rostock über die lange Haftzeit in Bautzen bis zum Studium in Göttingen.

Anekdotenhafte Erzählungen als eigene Erinnerungskultur

Peuckert gelingt es, den collagehaften, assoziativen Erzählstil Kempowskis zu dramatisieren und bühnentauglich zu machen. In seinen Büchern schilderte Kempowski die deutsche Geschichte von der Kaiserzeit bis in die sechziger Jahre anhand seiner Familiengeschichte. Peuckert lässt auch die Kritiker auftreten, die Kempowski wegen seiner anekdotenhaften Erzählungen als „Großmeister der Putzigkeit“ rügen, der keine „vorschriftsmäßige Vergangenheitsbewältigung“ leiste.

Mit angeklebten Schnurrbärten stehen gleich fünf Walter auf der Bühne und verteidigen die ihm eigene Erinnerungskultur: „Die Tagebücher der Alten darf man nicht in den Sperrmüll werfen, denn es ist unsere Geschichte, die darin erzählt wird.“ dpa

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