Veit Relin ist tot. Foto: Daniel Karmann
Veit Relin ist tot. Foto: Daniel Karmann

Veit Relin ist tot. Foto: Daniel Karmann

dpa

Veit Relin ist tot. Foto: Daniel Karmann

Sommerhausen (dpa) - Veit Relin war Zeit seines Lebens ein Multitalent. Er stand als Schauspieler auf deutschen Bühnen, dirigierte seine Kollegen als Regisseur, stand vor und hinter der Kamera und entfaltete auch sein Talent als Dichter und Maler.

Bis kurz vor seinem Tod wollte sich der gebürtige Österreicher nicht festlegen, welche dieser Rollen seine wichtigste war. Und bis zuletzt wirkte Relin als Intendant in einem der kleinsten deutschen Theater. Im Alter von 86 Jahren ist Veit Relin am Mittwoch in Ochsenfurt nahe Würzburg gestorben, wie seine Frau Angelika Relin am Donnerstag mitteilte.

Sein letztes großes Ziel vor seinem Tod war, seine Memoiren zu Papier zu bringen. «Wenn der Tod ruft, muss wenigstens das Buch fertig sein», sagte er kurz vor seinem 85. Geburtstag. Das blieb ihm verwehrt. Er habe es nicht ganz geschafft, sagte Angelika Relin.

Relin, der einst mit der Schauspielkollegin Maria Schell verheiratet war, machte als junger Schauspieler schnell von sich reden. Als 19-Jähriger stand er zum ersten Mal auf einer Theaterbühne - als der Spielansager im «Jedermann» am Landestheater Innsbruck. Es folgten Engagements in Linz, Wien, Zürich, München, Kassel und Frankfurt am Main. Später stand er für fast 30 Fernsehfilme vor der Kamera und wurde Regisseur für das ZDF.

In den 1970er Jahren übernahm er als Intendant das Torturmtheater in Sommerhausen am Main - eines der kleinsten Theater Deutschlands mit nur rund 60 Sitzplätzen. Dort sorgte er mit Ur- und Erstaufführungen wie Bernd Grashoffs Hitler-Spektakel «Wotans Baby» oder Fred Viebahns «Blutschwestern - oder der natürliche Unmut der Frauen» für Aufsehen.

In seinen letzten Lebensjahren war Relin bereits vom Alter gezeichnet. Nur noch selten war die sprühende, kraftvolle Energie des Mannes zu erkennen. Der Bühne und dem Malen blieb Relin dennoch bis zum Schluss und mit ganzer Leidenschaft treu. Immer zu Saisonbeginn schlüpfte er als Schauspieler bedächtig zurück in eine Rolle. Und auch die Malerei blieb wichtiger Teil seines Lebens. «Die Malerei ist das, was immer bleibt. Das Schöpferische ist doch das, was eigentlich zählt», sagte er dazu.

Er blicke auf ein erfülltes Leben, sagte der Multikünstler im Spätsommer 2011. «Ein erfülltes Leben mit vielen starken Erinnerungen.»

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