Der Schöpfer der Atemobjekte und Inspirator für die Museumsinsel Hombroich starb im Alter von 82 Jahren.

Gotthard Graubner vor einem frühen Atembild.
Gotthard Graubner vor einem frühen Atembild.

Gotthard Graubner vor einem frühen Atembild.

Helga Meister

Gotthard Graubner vor einem frühen Atembild.

Düsseldorf. Gotthard Graubner (82) ist tot, einer der Großen unter den Malern. Seine revolutionäre Tat war es, die Malerei wie einen lebendigen, atmenden Organismus zu begreifen. Niemand vor ihm hat die Stofflichkeit einer Leinwand so sensibel in Farben aufzulösen verstanden wie er. Er tat etwas, was heute leider häufig in Vergessenheit geraten ist: Er begriff die Sinnlichkeit der Kunst selbst in der Abstraktion.

1930 war er im ostdeutschen Erlbach geboren, 1947 studierte er in Berlin und dann in Dresden, 1954 floh er nach Düsseldorf und blieb. Er wurde zunächst Student und später Lehrer an den Kunstakademien Düsseldorf und Hamburg, wo er die Goethe’schen Begriffe vom Einatmen und Ausatmen in dünne, lasierende Farben übertrug.

Wie kein anderer wusste er um die Wirkung der Farbe, um Schichtungen und Gewichtungen. Und immer war es das Schwebende, was schließlich als Ergebnis herauskam. Im Schloss Bellevue und in vielen Museen der Welt hängen seine Werke. Für das Rheinland hat er noch eine weitere Bedeutung: Er war Berater und Bewohner auf der Museumsinsel Hombroich in Neuss. Aus dem Dialog mit Inselgründer und Freund Karl-Heinrich Müller ging der einmalige Kunstort Hombroich hervor.

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