Manets Gemälde 'Das MIttagessen' (1868) in London. Foto:Andy Rain
Manets Gemälde 'Das MIttagessen' (1868) in London. Foto:Andy Rain

Manets Gemälde 'Das MIttagessen' (1868) in London. Foto:Andy Rain

SElbstporträt von Edouard Manet in der Royal Academy of Arts in London. Foto: Andy Rain

Edouard Manets Gemälde 'Die Tuilerien' in London. Foto: Andy Rain

'Die Eisenbahn' (1873) von Manet in London. Foto: Andy Rain

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Manets Gemälde 'Das MIttagessen' (1868) in London. Foto:Andy Rain

DLondon (dpa) - Der französische Impressionist Edouard Manet (1832-1883) hat auf einzigartige Weise seine Porträtmalerei mit Szenen aus dem täglichen Leben verknüpft. So schuf er eine Brücke zwischen Realismus und Moderne.

Dies ist Thema einer neuen großen Ausstellung in der Royal Academy in London, die zeigen will, wie Manet die Modelle seiner Porträts zu Akteuren macht und in einen zeitgenössischen Kontext stellt. Die Ausstellung «Manet: Portraying Life» wird am 26. Januar eröffnet und bis zum 14. April gezeigt.

Leihgaben zu der bisher größten Manet-Ausstellung in Großbritannien kamen aus mehr als 30 Ländern. Die Präsentation von rund 50 Gemälden und Porträts aus dem Familien-und Freundeskreis des Malers wurde in Zusammenarbeit mit dem Toledo Museum of Art (US-Bundesstaat Ohio) erstellt. Sie war bereits in Toledo zu sehen, wird aber in Europa nur in London gezeigt.

Manets Ehefrau Suzanne Leenhof und deren Sohn Léon sind die Lieblingsmodelle des Malers. So erscheint Leon als jugendlicher Radfahrer, als Junge, der Seifenblasen pustet und als Hauptfigur in dem Gemälde «Le Dejeuner» (Das Mittagessen), einem Highlight aus der Neuen Pinakothek in München. Durch Bewegung, Farbe, moderne Kleidung und Hintergrund versetzt Manet seine Modelle in einen zeitgenössischen Kontext.

«Manet macht seine Modelle zu Akteuren seiner Bilder, er verwischt häufig die Grenzen zwischen der Porträtmalerei und der Darstellung des täglichen Lebens», sagte Kuratorin Mary Anne Stevens der Nachrichtenagentur dpa. Dadurch werde die «Echtheit» seiner Figuren untermauert. Nach Angaben von Lawrence W. Nichols, Co-Kurator aus dem Toledo Museum of Art, präsentiert Manet seine Frau Suzanne, ob beim Klavierspiel oder mit der Katze Zizi auf dem Schoß, als eine «moderne Frau.» «Mit seinen Familienporträts griff Manet uralte Themen alter Meister auf und transportierte sie ins 19. Jahrhundert», sagte Nichols.

Die thematisch angeordnete Ausstellung erstreckt sich über sechs Räume der Royal Academy. Durch schiefergrau gemalte Wände wird der Effekt der Kunstwerke betont. Ein ganzer Raum ist als Pariser Café gestaltet, komplett mit Tischen und Stühlen, einer Wandkarte vom Paris der Zeit Manets und Informationen über das Leben und Schaffen des Künstlers.

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