Chemiker beschießen Engel mit Strahlenkanone.

Ein Spektral-Analyse-Gerät soll dem „Trompetenden Putto“ entlocken, ob ihn tatsächlich Gustav Klimt gemalt hat.
Ein Spektral-Analyse-Gerät soll dem „Trompetenden Putto“ entlocken, ob ihn tatsächlich Gustav Klimt gemalt hat.

Ein Spektral-Analyse-Gerät soll dem „Trompetenden Putto“ entlocken, ob ihn tatsächlich Gustav Klimt gemalt hat.

dpa

Ein Spektral-Analyse-Gerät soll dem „Trompetenden Putto“ entlocken, ob ihn tatsächlich Gustav Klimt gemalt hat.

Mainz. Das Gemälde zeigt einen unschuldig dreinschauenden Engel, der kräftig in sein Horn pustet. Es soll aus dem Wien des späten 19. Jahrhunderts stammen – aber wer hat es gemalt? Der Kunsthändler Josef Renz ist überzeugt, dass es von Gustav Klimt (1862-1918) stammt.

Der Klimt-Experte und Vizedirektor des Wiener Museums Belvedere, Alfred Weidinger, sagt hingegen, das Fresko stamme zwar von einem Klimt, allerdings von Gustavs unbekannterem und jüngerem Bruder Ernst.

Josef Renz rückt dem „Trompetenden Putto“, der lange verschollen war und erst im Sommer 2012 in einer Linzer Garage auftauchte, jetzt mit modernster Technik an die Firnis. Er bat seinen Bruder Franz, einen Chemiker aus Hannover, und den Mainzer Chemieprofessor Göstar Klingelhöfer um Hilfe. 15 wissenschaftliche Gruppen sind an den chemischen Analysen beteiligt.

Die kunsthistorische Analyse wird durch eine umstrittene Ablagerung erschwert. Ein Teil der unteren Schicht wurde bereits mit chemischen Methoden freigelegt, sagt der Chemiker Renz. Es seien feinere Striche zutage getreten – die gleiche Pinselführung wie bei einem Beethoven-Porträt, das eindeutig Gustav Klimt zugewiesen sei. Kunsthändler Renz will das Bild ganz freilegen lassen und hofft, eine Signatur zu finden.

Die Mainzer Wissenschaftler wollen den Engel mit einer Strahlenkanone beschießen, die die Nasa auf dem Mars einsetze, sagte Klingelhöfer. Über die Pigmentzusammensetzung könnten sie in Kürze zumindest Alter und Entstehungsort bestätigen.

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