Frankreichs Militäreinsatz in Mali geht Deutschland etwas an.

Ein Kommentar von Lothar Leuschen.
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Michaelis, Judith

Ein Kommentar von Lothar Leuschen.

Frankreich schickt Truppen in eine ehemalige Kolonie in Afrika. Das ist eine innere Angelegenheit, auch wenn die französischen Soldaten im Ausland kämpfen müssen. Mithin geht es Deutschland nichts an. Es ist zwar richtig, dass Frankreich längst ein Freund geworden ist. Aber die Folgen ihrer Kolonialgeschichte müssen die Franzosen schon selbst bewältigen. Die sehen das bisher übrigens auch so und haben Deutschland in Sachen Mali noch um gar nichts gebeten.

Aber wenn sich Frankreich in Berlin melden sollte, was dann? Dann ist der Einsatz in dem westafrikanischen Land keine Sache der Franzosen mehr. Dann muss Deutschland dem Freund gegenüber Farbe bekennen. Und es gibt keine andere Antwort als: Ja, Deutschland hilft.

Deutschland kann nicht anders. Denn bei näherer Betrachtung ist der Einsatz der Franzosen in Mali einer im Namen der westlichen Welt. In dem afrikanischen Staat ziehen Islamistengruppen marodierend durchs Land, bringen unbescholtene Zivilisten um und ganze Landstriche unter ihre Kontrolle.

Das Ganze geschieht schleichend seit Jahren. Es ist vergleichbar mit der Christenverfolgung beispielsweise in Nigeria oder in Ägypten. Davon nimmt im alten Europa bisher kaum jemand wirklich Notiz. Und nach Mali hat auch niemand geschaut. Denn Afrika ist weit weg, Afrika ist kein Markt für westliche Wirtschaftsgüter, Afrika ist unwichtig.

Diese fatale Haltung haben mittlerweile Tausende von Menschen in ehemaligen Kolonien oder Einflusszonen der Europäer mit dem Leben bezahlt. Es wird höchste Zeit, genau hinzuschauen. Denn in Staaten wie Mali braut sich Ungemach zusammen. Noch ein Rückzugsgebiet für Islamisten, noch mehr Ausbildungscamps für Terroristen. Deutschland sei immer ein interessantes Ziel für Anschläge militanter Moslems, heißt es aus dem Bundesinnenministerium.

Frankreich musste jetzt einschreiten, weil Mali eine französische Geschichte hat. Aber Frankreich kämpft auch für Deutschlands, Dänemarks oder Großbritanniens Sicherheit. Deshalb ist der Gedanke daran nicht abwegig, dass Paris Hilfe anfordert. Und Deutschland kann von Glück reden, wenn es sich dabei nur um logistischen Beistand handeln sollte.

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