Wer sich im Netz daneben benimmt, muss meist im wahren Leben die Folgen ausbaden.

Wer eine Nachricht verfasst, sollte sich darüber im Klaren sein, für wen sie zugänglich ist.
Wer eine Nachricht verfasst, sollte sich darüber im Klaren sein, für wen sie zugänglich ist.

Wer eine Nachricht verfasst, sollte sich darüber im Klaren sein, für wen sie zugänglich ist.

dpa

Wer eine Nachricht verfasst, sollte sich darüber im Klaren sein, für wen sie zugänglich ist.

Düsseldorf. Ungezählte Menschen kommunizieren täglich im Internet: Sie schreiben Nachrichten in Netzwerken, Foren und Blogs, beantworten E-Mails und hinterlassen Grüße auf virtuellen Pinnwänden.

Wie sie sich dabei verhalten sollten und dürfen, darüber machen sich viele überhaupt keine Gedanken. Aber Vorsicht: Wer online schlechte Manieren zeigt, muss die Folgen unter Umständen im Alltag und im Beruf ausbaden.

Für den gepflegten Umgang der Nutzer untereinander hat sich schon in der Web-Frühzeit der Begriff Netiquette etabliert, eine Schöpfung aus den Wörtern Net und Etiquette. Was darunter zusammengefasst ist, habe aber eher Hinweis- als wirklich verpflichtenden Charakter, sagt Besim Karadeniz, Betreiber des Info-Portals netplanet.org.

Das könnte ein Grund dafür sein, dass es um die Netiquette überraschend ruhig geworden ist - obwohl Kommunikation über das Internet in Zeiten von sozialen Netzwerken und Kurznachrichtendiensten immer wichtiger wird.

Netzwerke haben Verhaltensregel aufgestellt

Dennoch benehmen sich Nutzer von Facebook und Co. besser nicht wie die Axt im Walde. Schließlich haben die Netzwerke Verhaltensregeln aufgestellt. In denen von StudiVZ etwa steht, es sei nicht gestattet, Personen negativ hervorzuheben, zu mobben oder lächerlich zu machen. Dem Kodex widerspricht auch Diskriminierendes und Rassistisches.

Keine guten Manieren zeigt, wer anonym bleibt. Negative Kommentare im Blog des Vorgesetzten unter Verwendung eines Pseudonyms seien geschmacklos, sagt Axel Schmiegelow. Und kommt die Identität des Verfassers doch ans Licht, wird es peinlich.

Gleiches gilt für Online-Diskussionen: "Auch hier sollten User mit echtem Namen zu ihrer Meinung stehen" - oder zumindest unter ihrem in der Community bekannten Nicknamen.

Wer dagegen verstößt, wird verwarnt oder gesperrt. "Über 130 geschulte Support-Mitarbeiter und Experten kontrollieren die Einhaltung", so Dirk Hensen, Sprecher der VZ-Netzwerke in Berlin.

User sollte missverständliche Ausdrücke meiden

Beleidigungen oder strafrechtlich relevante Äußerungen sind aber eher selten, glaubt Besim Karadeniz. Umso mehr Missverständnisse und Irritationen gebe es wegen ironischer oder sarkastischer Bemerkungen. "Die können in einer rein schriftlichen Kommunikation leicht falsch verstanden werden." Wer etwas bissig kommentieren und damit niemanden verletzen will, haut leicht daneben - trotz der Smileys, die signalisieren sollen: Alles gar nicht böse gemeint.

Je mehr beruflich und privat online kommuniziert wird, desto lässiger werden die Umgangsformen, hat der Web-Experte beobachtet. Umso wichtiger ist es, sich am Riemen zu reißen - und zwar schon bei scheinbar Banalem, das nichts mit Beleidigungen zu tun hat. So gehöre es sich, Rechtschreibung und Ausdrucksweise zu prüfen und das Gegenüber nicht mit ellenlangen Texten zu überfordern, sagt Axel Schmiegelow vom Bundesverband Digitale Wirtschaft in Düsseldorf.

Auch Freunde oder Kollegen mit unsinnigen E-Mail-Anhängen zu belästigen, ist ein Tabu. Rechtzeitig antworten, lautet ein weiterer Rat von Schmiegelow. Hierbei sei darauf zu achten, möglichst nicht nur einen Satz zu schreiben, sondern auch eine angemessene Anrede und Verabschiedung einzubauen.

"Wer seine Nachricht verfasst, sollte sich im Klaren sein, für wen das Geschriebene zugänglich ist und dass es oft nicht zu löschen ist", so der Social-Media-Experte. Ist eine Mail für den Kollegen erstmal aus Versehen über den großen Verteiler gegangen, gibt es kein Zurück. Und läuft es ganz dumm, wird die Sache zum Super-Gau - wie im Fall der beiden Kolleginnen, die per E-Mail ungeniert über ihr Liebesleben plauderten, was wegen eines falschen Klicks alle Welt lesen konnte.

Auch der via Twitter unbedacht gesendete Kommentar über die neue Freundin des Kumpels kann unangenehm werden. Und selbst steinalte Einträge in Blogs und Foren sind oft über Suchmaschinen zu finden.

"Die Netiquette muss natürlich an die Nutzer angepasst sein und auch ihren Vorstellungen entsprechen", sagt Besim Karadeniz. Dem entsprechend lassen zum Beispiel die Betreiber von Twitter den Nutzern weitgehend freie Hand dabei, wie sie ihre Tweets genannten Postings aufbauen. Schließlich wächst die Plattform stetig, und mit steigenden Nutzerzahlen verändern sich auch die Umgangsformen laufend. "Die Verhaltensregeln", so erläutert Schenck, "kommen also auch aus der Netzwerkstruktur selbst."

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