Von Ahmad Pathoni und Christiane Oelrich
Frau wegen Drogenschmuggels verurteilt. Sie hatte 4,8 Kilo Kokain im Gepäck.
Die Britin nach ihrer Verurteilung durch ein Gericht auf Bali.
ReutersDie Britin nach ihrer Verurteilung durch ein Gericht auf Bali.
Denpasar. Was wollte die Britin mit 4,8 Kilogramm Kokain im Gepäck auf der indonesischen Ferieninsel Bali? Die 56-Jährige selbst hatte vor Gericht von einem finsteren Komplott gesprochen, Drohungen gegen ihre Kinder, die sie beschützen wollte.
Hat ein perfider Drogenschmugglerring eine naive Frau als Drogenkurier ausgenutzt? Die indonesischen Richter interessierten sich allerdings nicht für die Hintergründe der Tat. Keine Reue der Angeklagten, kein Schuldeingeständnis, sagten sie und fällten das Todesurteil.
Der Anwalt der verurteilten Frau kündigte Berufung an
Das harte Urteil schockte auch viele Zuhörer im Gerichtssaal. Die Staatsanwaltschaft hatte 15 Jahre Haft für die Frau gefordert, die vergangenen Mai am Flughafen festgenommen worden war.
Im Futter ihres Koffers war das Kokain versteckt gewesen. Der Schwarzmarktwert lag nach Berichten von Lokalmedien bei knapp zwei Millionen Euro.
Der Anwalt der Frau kündigte Berufung an. „Wir akzeptieren das Urteil nicht, weil mildernde Umstände nicht berücksichtigt worden sind, ihr Alter und ihre Gesundheit etwa“, sagte Esra Karo-Karo. Er hatte seine Mandantin als seelisch labil bezeichnet.
Indonesien hat wie die meisten asiatischen Länder drakonische Gesetze gegen den Drogenschmuggel. Jede Flugzeugcrew warnt im Landeanflug auf indonesische Flughäfen davor. Rund 30 Länder weltweit verhängen die Todesstrafe gegen Drogenkuriere, Indonesien ist eines davon. Ab fünf Gramm droht das Erschießungskommando.
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