In Courbefy wohnt seit den 70er Jahren niemand mehr. Ein Tourismus-Projekt scheiterte kläglich.

Courbefy
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Courbefy

Paris. An extravaganten Offerten herrscht auf dem französischen Immobilienmarkt wahrlich kein Mangel. So trennt sich der Staat derzeit im ganzen Land von Gefängnissen und Kasernen, um Geld in seine leeren Kassen zu spülen. Das ungewöhnlichste „Objekt“ kommt wohl am Donnerstag unter den Hammer: das Dorf Courbefy in Zentralfrankreich zum Schnäppchenpreis von 330 000 Euro.

Ein Investoren-Ehepaar setzte 600 000 Euro in den Sand

Das Angebot enthält 19 größtenteils baufällige Häuser, einen Tennisplatz, ein vermoderndes Schwimmbad, einige Pferdeställe und jede Menge braches Land. Ende der 70er Jahre haben die letzten Bewohner ihre Heimat verlassen. Die radikale Wandlung Frankreichs nach dem Zweiten Weltkrieg vom Agrarland in einen hochmodernen Industriestaat trieb – wie in ganz Frankreich – die Menschen von den Dörfern in die Städte.

Die Landflucht hatte Courbefy schon hinweggerafft, da versuchte es sich in den 90er Jahren noch einmal trotzig aufzubäumen. Ein Investoren-Ehepaar nahm viel Geld für eine Touristenkolonie in die Hand. Doch das ehrgeizige Projekt rentierte sich nicht mehr. Fast 600 000 Euro wurden damals in den Sand gesetzt.

Beim ersten Versteigerungstermin Ende Februar fand sich kein einziger Kaufinteressent. Aber immerhin drang die anrührende Kunde vom sterbenden Dorf in die ganze Welt. Und plötzlich scheint eine Wiederbelebung möglich. Es sollen sich etliche Kaufinteressenten gemeldet haben – sogar aus dem fernen China.

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