Ian Langsdon

Gerhard Cromme, Chefkontrolleur von Thyssen-Krupp, geht durch schwere Zeiten. Tiefrote Zahlen, Skandale und Affären um Kartellabsprachen und Lustreisen – das ist auch an dem Aufsichtsratschef des Stahlkonzerns nicht spurlos vorübergegangen.

Kritiker halten dem promovierten Juristen schwerwiegendes Versagen vor. Das Milliardendebakel bei den Stahlwerken in Brasilien und den USA habe er nicht nur nicht verhindert, er habe als Chefkontrolleur die Investitionspläne sogar abgesegnet.

Seit 2001 ist Cromme Chef des Aufsichtsrates des ThyssenKrupp-Konzerns, den er zuvor gemeinsam mit Ekkehard Schulz in einer Doppelspitze geführt hatte. Manche Aktionäre fordern inzwischen Crommes Rücktritt, auch die IG Metall geht vor der Hauptversammlung am Freitag auf Distanz.

Doch der Vater von vier Töchtern (69) versteht es immer wieder, durch sein Auftreten, durch Eloquenz und seine Fähigkeit zuzuhören, andere für sich einzunehmen. Und er hat einen starken Verbündeten. Berthold Beitz, Vorsitzender der Krupp-Stiftung, die mit einem Anteil von rund 25 Prozent der größte Einzelaktionär des Konzerns ist, hat sich in den Turbulenzen eindeutig hinter ihn gestellt. dpa/Red

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