Tsunami: Die sichtbaren Spuren des Unglücks vor sechs Jahren sind längst beseitigt, aber bis heute trauern die Menschen um mehr als 230 000 Tote.

Auf der thailändischen Insel Phuket erinnern Lichter in Schildkrötenform an die Opfer des Tsunami von 2004.
Auf der thailändischen Insel Phuket erinnern Lichter in Schildkrötenform an die Opfer des Tsunami von 2004.

Auf der thailändischen Insel Phuket erinnern Lichter in Schildkrötenform an die Opfer des Tsunami von 2004.

dpa

Auf der thailändischen Insel Phuket erinnern Lichter in Schildkrötenform an die Opfer des Tsunami von 2004.

Düsseldorf. Als die ersten Meldungen gegen Mittag die Runde machen, ist die Rede von einem Seebeben und einer Handvoll verletzter Menschen in Thailand. Das Wort Tsunami kennt am zweiten Weihnachtstag 2004 kaum jemand. Dass die gigantischen Wellen, die am 26. Dezember die Küsten von 14 südasiatischen Ländern wegspülen, mehr als 230 000 Menschen in den Tod gerissen hatten, kann sich niemand vorstellen.

Heute, sechs Jahre danach, sind zumindest die offensichtlichen Wunden verheilt. Die Regionen in Thailand, Indien, Indonesien oder Sri Lanka sind längst wieder aufgebaut. Auch und vor allem durch die internationale Hilfe, die nach dem Beben anläuft. Tonnenweise Hilfsgüter werden nach Asien geflogen.

552 deutsche Touristen starben in den bis zu 30 Meter hohen Wellen

Auch hunderte Helfer machen sich auf den Weg – um Verletzte zu versorgen und Vermisste zu suchen. Bis heute fehlt von mehr als 10 000 Menschen jede Spur. Den Ersthelfern folgen Spezialisten aus der Pathologie. 552 Deutsche sind unter den ausländischen Toten und müssen identifiziert werden. In vielen Städten kommen seitdem Angehörige am zweiten Weihnachtstag zusammen, um gemeinsam zu trauern.

Allein in Deutschland wurden mehr als 670 Millionen Euro gespendet

Die weltweite Solidarität zeigt sich auch in finanzieller Hinsicht. 670 Millionen Euro wurden in Deutschland privat für die Opfer und Hinterbliebenen gespendet, schätzt das Zentralinstitut für soziale Fragen. So viel wie noch nie.

Die Touristenströme fließen längst wieder, vergessen wird die Riesenwelle in Südasien aber vermutlich nie. In Indien, Thailand und anderswo wird jedes Jahr an die Toten erinnert – mit Laternen, die in den Himmel steigen, oder indem man gemeinsam am Strand trauert.

Am schwersten betroffen war mit 170 000 Toten die indonesische Insel Sumatra. In Thailand kamen etwa 8000 Menschen um, ein Viertel davon ausländische Touristen. In Sri Lanka waren etwa 40 000 Tote zu betrauern. In Indien starben rund 14 000 Menschen.

Ein Seebeben mit einer Stärke von 7,3 in der Region um den Pazifik-Inselstaat Vanuatu hat am Samstag Angst vor einem Tsunami ausgelöst. Das Warnzentrum hob seine Warnung aber wenige Stunden später wieder auf.
 

Touristen werden täglich an die tödlichen Wellen erinnert. Durch Schilder, die an Thailands Stränden zu sehen sind. Sie zeigen die Fluchtwege an, wenn Tsunami-Alarm gegeben wird. Deutsche Ingenieure hatten 2008 ein Frühwarnsystem installiert. Erst vor wenigen Tagen sorgten Gerüchte für Unruhe. Wahrsager hatten neue Killerwellen vorausgesagt. Auf Phuket wurden deswegen Hotelbuchungen storniert.

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