Eine Kuh im Swimmingpool, ein Sittich als Wachhund – was Sicherheitskräfte 2012 erlebten.

Auf dem Weg zum Schlachter war diese Kuh ausgebüxt – die Flucht endete in einem vereisten Swimmingpool.
Auf dem Weg zum Schlachter war diese Kuh ausgebüxt – die Flucht endete in einem vereisten Swimmingpool.

Auf dem Weg zum Schlachter war diese Kuh ausgebüxt – die Flucht endete in einem vereisten Swimmingpool.

dpa

Auf dem Weg zum Schlachter war diese Kuh ausgebüxt – die Flucht endete in einem vereisten Swimmingpool.

Düsseldorf. Der Anrufer meldete sich nicht aus Australien, sondern aus dem Münsterland. „Ich mag es Ihnen kaum sagen. Ich habe gerade ein Känguru gesehen.“ Ungläubig machte sich die Polizei in Emsdetten auf den Weg und entdeckte tatsächlich das ausgebüxte Beuteltier – nicht der einzige Fall, in dem die Polizei oder Feuerwehr 2012 bei verrückten Fällen gefragt war.

Als Wachhund brillierte ein Nymphensittich bei Düsseldorf. Der Vogel schlug nachts Alarm, deshalb sahen die Besitzer nach – und erwischten einen Einbrecher. Ein Chamäleon mussten Beamte in einem Hotel in Werne einfangen. Das Reptil hatte sich so geschickt auf einer grünen Tapete getarnt, dass es von dem reisenden Mitarbeiter eines Reptilienhandels vergessen worden war. Mit einem Satz in einen eiskalten Swimmingpool rettete sich eine Kuh in Windeck zumindest kurzzeitig vor dem Schlachter. Das Rindvieh war auf dem Weg dorthin ausgebüxt und in das Schwimmbecken eines Nachbarhauses gesprungen. Die Feuerwehr pumpte einen Teil des Wassers ab, um das Tier vor dem Ertrinken zu retten. Anschließend zog ein Traktor das Tier aus dem Pool.

Schmuck statt Fische – die fette Beute eines Essener Anglers

„Endstation Polizeiwache“ hieß es für vier junge Männer in einem Linienbus in Remscheid. Das Quartett hatte Drogen aufgeteilt, aber ein mitfahrender Polizist sah zu. Der Busfahrer legte einen außerplanmäßigen Halt an der Polizeiwache ein.

In Essen fischte ein Angler nur im übertragenen Sinn dicke Fische aus der Ruhr: Am Haken hing Schmuck. Taucher hoben dann noch mehr Fundstücke, es war die Beute aus einem Einbruch.

Ein Unfall rettete einem Taxifahrer in Wuppertal das Leben. Der Mann hatte sich an einem Bonbon verschluckt und war in Ohnmacht gefallen. Nach einer Irrfahrt prallte sein Wagen gegen ein geparktes Auto. Dadurch löste sich das Bonbon, der Fahrer kam wieder zu sich. Weil der 50-Jährige und sein Fahrgast angegurtet waren, blieben beide unverletzt.

Wenn das Navigationsgerät den Fahrer in den Wald lockt

Manch vermeintlich schwaches Opfer legte bösen Jungs sogar das Handwerk. Eine 91-Jährige brachte in Düsseldorf einen Trickdieb hinter Gitter: Die agile Rentnerin war zuvor selbst auf den Mann reingefallen. Als sie ihn wiedererkannte, alarmierte sie die Polizei.

In Siegen überführten aufmerksame Kinder wie richtige Detektive einen Einbrecher. Sie hatten den Mann zufällig überrascht und erkannten ihn später an seinem blutverschmierten Hemd wieder.

Andere Autofahrer büßten für ihr blindes Vertrauen in das Navigationsgerät. Für eine Tour im Rothaargebirge hatte ein 20-Jähriger die kürzeste Route gewählt: Die freundliche Navi-Stimme lotste ihn so tief in den Wald, dass die Polizei ihn zwar orten, aber nicht abschleppten konnte. Eine Frau in Bonn folgte dem Navi treu bis ins Gleisbett der Bahn. Ein Lokführer konnte 15 Meter davor stoppen.

Ein Verkehrssünder verjüngte den Altersschnitt beträchtlich: Im ostwestfälischen Steinheim kaperte ein erst zehn Jahre alter Junge einen Trecker. Unterwegs brach der Bruchpilot ein Metalltor aus den Scharnieren, fuhr gegen ein Verkehrsschild und demolierte einen Zaun.

Der große schwarze Hund war ein Plüsch-Panther

Und dann wollte ein Mann unbedingt hinter Gitter. Der Betrunkene wurde mehrfach am Gefängnistor in Attendorn abgewiesen. Dann kam die Polizei mit dem Alkoholmessgerät: Es reichte für die Ausnüchterungszelle. Mit einem Blumenstrauß bedankte sich ein 59-Jähriger in Krefeld für die Nacht im Polizeigewahrsam. Er hatte zu viel getrunken und dort seinen Rausch ausgeschlafen. Allerdings galt der Dank „insbesondere einer Beamtin“, berichtete die Polizei.

In einer Werkstatt in Aachen erlebten Autoknacker eine Schlappe: Sie überlisteten die Wegfahrsperre, aber der Kleinlastwagen fuhr trotzdem nicht: Der Motor war ausgebaut. In Leverkusen suchten Polizisten, von einer aufgeregten Frau alarmiert, nachts bei Eiseskälte einen großen schwarzen Hund. Im Lichtkegel ihrer Taschenlampe entdeckten sie einen großen Panther aus Plüsch mit starren grünen Augen, abgewetzt und vom Frost unbeeindruckt.

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