Das «Kuschelhormon» Oxytocin beeinflusst nicht nur emotionale Bindungen bei Menschen, sondern spielt auch im Sozialverhalten von Schimpansen eine Rolle. Foto: Peter Endig
Das «Kuschelhormon» Oxytocin beeinflusst nicht nur emotionale Bindungen bei Menschen, sondern spielt auch im Sozialverhalten von Schimpansen eine Rolle. Foto: Peter Endig

Das «Kuschelhormon» Oxytocin beeinflusst nicht nur emotionale Bindungen bei Menschen, sondern spielt auch im Sozialverhalten von Schimpansen eine Rolle. Foto: Peter Endig

dpa

Das «Kuschelhormon» Oxytocin beeinflusst nicht nur emotionale Bindungen bei Menschen, sondern spielt auch im Sozialverhalten von Schimpansen eine Rolle. Foto: Peter Endig

Leipzig (dpa) - Das «Kuschelhormon» Oxytocin beeinflusst nicht nur emotionale Bindungen bei Menschen, sondern spielt auch im Sozialverhalten von Schimpansen eine wichtige Rolle.

Das haben Forscher um Catherine Crockford und Roman Wittig vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig herausgefunden. Bei den Menschenaffen scheine Oxytocin eine Schlüsselrolle bei der Aufrechterhaltung langfristiger sozialer Bindungen zu spielen - unabhängig von genetischer Verwandtschaft oder sexuellen Interessen, schreiben die Wissenschaftler im Journal «Proceedings of the Royal Society B».

Die Forscher untersuchten 148 Urinproben von 33 Schimpansen aus dem Budongo-Wald in Uganda. Sie fingen den Urin nach verschiedenen Situationen auf: Zum einen 15 bis 60 Minuten nachdem sich die Affen der Fellpflege («Lausen») gewidmet hatten. Zum anderen prüften sie auch Urin von Tieren, die sich nicht gelaust hatten. «Dies ist die erste Studie, in der der Oxytocin-Spiegel wildlebender Tiere gemessen wird, ohne dass man ihnen Blut abnehmen musste», erläuterte Wittig.

Im Ergebnis zeigte sich, dass der Oxytocin-Spiegel nach der Fellpflege bei jenen Affen besonders hoch war, die intensive soziale Kontakte miteinander pflegen. Ob sie verwandt waren oder nicht, machte dabei keinen Unterschied, schreiben die Forscher. «Es liegt die Vermutung nahe, dass es nicht die soziale Fellpflege ist, die für erhöhte Oxytocin-Werte sorgt, sondern die Beziehung der Tiere», sagte Wittig.

Auf der anderen Seite waren die Oxytocin-Werte niedriger bei Affen, die eine Fellpflege vornahmen mit Artgenossen, die ihnen nicht weiter nahe standen - oder bei solchen, die sich gar nicht gelaust hatten.

Oxytocin verdankt seinem Ruf als «Kuschelhormon» verschiedenen Studien, die ihm eine vertrauensstiftende Wirkung zuschreiben. Es gilt etwa als Hoffnungsschimmer für ein Medikament gegen Autismus bei Menschen.

Das Hormon wird zum Beispiel während der Geburt ausgeschüttet und beim Stillen, so dass die Mutter-Kind-Bindung gestärkt wird. «Wir vermuten, dass der Bindungsmechanismus, der mit Oxytocin in Verbindung steht, bei den Tieren genauso vorkommt», sagte Affenforscher Wittig.

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